Maßgebliche Monsanto-Verfahrenskomplexe, einschließlich Roundup™

Bayer erzielt eine Reihe von Einigungen

Im Juni 2020 hat Bayer Einigungen kommuniziert, um die meisten aktuellen Produkthaftungsverfahren zu Roundup™ beizulegen und gleichzeitig einen Rahmen für die Beilegung der übrigen offenen Rechtsstreitigkeiten zu schaffen. Bayer hat auch Lösungen für die Verfahren zu Verwehungen von Dicamba sowie zu PCB in Gewässern angekündigt, also weitere Rechtsstreits von Monsanto in den USA. Hier finden Sie die Presse-Information.

Mit der Beilegung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ kann Bayer dann eine Periode der Unsicherheit beenden, die durch drei bisherige Urteile ausgelöst wurde. Entscheidend ist, dass die Diskussion über Sicherheit und Nutzen von Glyphosat-basierten Herbiziden so zurück dahin kommt, wo sie hingehört: In den Bereich der Wissenschaft und Regulierung. Mit Blick auf künftige Risiken und Unsicherheiten sind diese Einigungen das effizienteste und finanziell vernünftigste Ergebnis für das Unternehmen, die Aktionäre und weitere Stakeholder.

 

Wir stehen hinter der Sicherheit und dem Nutzen unserer Roundup™-Produkte

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Vereinbarung keinerlei Eingeständnis einer Schuld oder eines Fehlverhaltens beinhaltet. Das Wohl unserer Kunden bildet die Grundlage unseres Unternehmens. Als wissenschaftsbasiertes Unternehmen, das die Gesundheit der Menschen verbessern will, empfinden wir großes Mitgefühl für alle, die an Erkrankungen leiden, und wir verstehen, dass sie nach Antworten suchen. Gleichwohl zeigen die umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass Roundup™ nicht krebserregend und damit nicht verantwortlich für die Krankheiten der Kläger ist – entgegen den Behauptungen in diesem Verfahrenskomplex.

Glyphosatbasierte Herbizide gehören zu den am gründlichsten untersuchten Produkten ihrer Art und vier Jahrzehnte wissenschaftlicher Arbeit stützen die Einschätzung, dass sie sicher und nicht krebserregend sind. Wir stehen nachdrücklich zur Sicherheit und Anwendbarkeit unserer Roundup™-Produkte. Diese Auffassung teilen auch führende Experten von Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt, darunter die US-Umweltschutzbehörde (EPA), die European Food Safety Authority (EFSA), die European Chemicals Agency (ECHA), und führenden Gesundheitsbehörden etwa in DeutschlandAustralienKoreaKanada, Neuseeland, und Japan. Auch das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), eine gemeinsame internationale wissenschaftliche Sachverständigengruppe für die Risikobewertung von Pestizidrückständen der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bestätigt unsere Auffassung.


An der Verfügbarkeit von Roundup™ für unsere Kunden wird sich nichts ändern. Landwirte vertrauen auf diese Produkte – nicht nur, um Unkraut zu bekämpfen, sondern auch um Bodenbearbeitung zu minimieren, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, mehr Land für einheimische Lebensräume zu erhalten und genug Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung bereit zu stellen.

Mehr Informationen für Kunden (auf Englisch)

Fokus auf Wissenschaft, Innovation und unsere Kunden

Die Einigungen ermöglichen es, dass wir uns voll und ganz auf unsere Geschäftsprioritäten fokussieren können – insbesondere in einer Zeit, in der die COVID-19-Pandemie massive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Als ein führendes Life-Science-Unternehmen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung betreiben wir Geschäfte von existenzieller Bedeutung. Mehr als 100.000 Menschen setzen sich dafür ein, mit der Versorgung von Arzneimitteln und landwirtschaftlichen Produkten unserer Vision „Health for all, Hunger for none“ näher zu kommen. Wir sind überzeugt, dass Wissenschaft und Innovation auch künftig von entscheidender Bedeutung sein werden, so wie sie es für Bayer bei der Versorgung von Kunden und Patienten seit fast 160 Jahren sind. Wir wollen die anstehenden Herausforderungen auf verantwortungsvolle Weise angehen, um sowohl zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beizutragen, als auch die Transparenz und den konstruktiven Austausch mit unseren Stakeholdern zu bewahren, die notwendig sind, um das öffentliche Vertrauen in unsere Produkte und in unser Unternehmen zu erhalten.

Das Unternehmen hat Einigungen für die meisten der aktuellen Rechtsstreitigkeiten auf Bundesebene und bei Gerichten der Einzelstaaten erreicht, die sowohl aktuelle Kläger umfassen als auch Parteien, die bereits einen Rechtsbeistand engagiert haben, aber noch keine Klage bei Gericht eingereicht haben. Das Unternehmen hat im Juni 2020 angekündigt, zwischen 8,8 und 9,6 Mrd. US-Dollar zu bezahlen, um die allermeisten der aktuellen Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ beizulegen. Darin enthalten ist eine Pauschale, mit der Ansprüche abgedeckt werden sollen, die noch nicht beigelegt sind. Wir arbeiten weiter daran, uns zu den übrigen Ansprüchen zu einigen.

 

Die Einigung, die Bayer am 3. Februar 2021 kommuniziert hat, soll Teil einer umfassenden Lösung für die Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ sein, um künftige Klagen zu managen und beizulegen. Bayer hat bis zu 2 Mrd. US-Dollar für künftige Ansprüche und weitere Komponenten des Vergleichs zugesagt. Dafür wurden bereits im vergangenen Jahr Rückstellungen gebildet und kommuniziert. Hier finden Sie mehr Details zum Class Plan.

 

Die drei Fälle, die vor Gericht verhandelt wurden – Johnson, Hardeman und Pilliod – werden weiter die Berufungsverfahren durchlaufen und sind nicht Teil des Vergleichs. Der weitere Prozessverlauf ist für das Unternehmen wichtig, weil die Berufungsverfahren rechtlich eine Orientierung für mögliche künftige Verfahren geben werden.

 

 

Bayer hat alternativ in Betracht gezogen, in den Roundup™-Fällen weiter zu prozessieren, bevor sich das Unternehmen für einen Vergleich entschieden hat.

Produkthaftungsfälle in den USA, wie die Roundup™-Rechtsstreitigkeiten können mehrere Jahre andauern und die Zahl der Kläger kann aufgrund von aggressiven Werbekampagnen durch die Klägeranwälte von Jahr zu Jahr wachsen. Roundup™ wurde zum beliebtesten Ziel für Klägeranwälte. Seit 2015 haben Klägeranwälte für kein Produkt mehr Fernsehwerbung geschaltet als für Roundup™. Allein im Jahr 2019 haben Klägeranwälte und ihre Vertreter geschätzte 100 Millionen US-Dollar für Fernsehanzeigen ausgegeben, in denen sie Roundup™ angreifen und Kläger anwerben. Dies ließ die Zahl der Kläger kräftig steigen. Ohne einen Vergleich würden wir in Zukunft wahrscheinlich eine weitere Zunahme dieser Werbung und damit auch eine Zunahme der Fälle sehen.

Wenn wir die Rechtsstreitigkeiten weitergeführt hätten, wären wir außerdem mit mehr als 20 Verhandlungen an mehreren Gerichtsständen in den USA in einem Jahr konfrontiert, begleitet durch die Medienberichterstattung und die Verunsicherung in Bezug auf Sicherheit und Verfügbarkeit von Roundup™, die wir schon jetzt als Auswirkung der bisherigen drei erstinstanzlichen Verfahren gesehen haben. Wir sind uns sehr wohl der negativen Auswirkungen bewusst, die öffentlichkeitswirksame Verfahren bereits auf unser Geschäft und unseren Ruf hatten.

Finanziell kämen sehr hohe Kosten auf uns zu, wenn wir uns in diesen Fällen weiter verteidigen würden. Auch wenn die Wissenschaft und die Zulassungsbehörden weiterhin auf unserer Seite sind – wenn wir zuließen, dass in diesen Fällen Jurys anstelle von Experten über wissenschaftliche Fragen urteilen, würde dies das Risiko weiterer Fehlentscheidungen mit hohen Straf- und Schadenersatzzahlungen mit sich bringen, wie wir sie in den letzten drei Fällen gesehen haben.

Diese Faktoren spielen nicht allein bei den Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ eine Rolle. Mit diesen Herausforderungen müssen viele Unternehmen bei Massenklagen in den USA umgehen.

 

 

Bayer wird insgesamt bis zu 400 Millionen US-Dollar bezahlen, um eine Einigung in Zusammenhang mit den bereits kommunizierten Produkthaftungsklagen wegen Verwehungen von Dicamba zu erzielen, in denen es um vermeintliche Ernteschäden für Sojabohnen und andere Pflanzen in den Erntejahren 2015-2020 geht. Anspruchsteller müssen Beweise für Schäden am Ernteertrag vorlegen und dafür, dass diese durch Dicamba verursacht wurden.

Der einzige Fall zu Verwehungen von Dicamba, der vor Gericht verhandelt wurde (Bader Farms) ist nicht Teil der Einigung. Das Unternehmen hält das Urteil im Fall Bader Farms für unvereinbar mit den vorgelegten Beweisen sowie mit der geltenden Rechtslage. Das Unternehmen hat erstinstanzlich Rechtsbehelfe (Post-Trial Motions) eingelegt und wird, wenn nötig, in Berufung gehen.

Bayer steht nachdrücklich hinter der Sicherheit und dem Nutzen der XtendiMax™-Herbizide mit VaporGrip™-Technologie und intensiviert weiter seine Schulungsbemühungen, um dazu beizutragen, dass Landwirte diese Produkte erfolgreich anwenden. Das Unternehmen vergleicht sich in den anhängigen Fällen zu Verwehungen von Dicamba, um sich auf die Bedürfnisse seiner Kunden konzentrieren zu können.

 

 

Bayer hat außerdem eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, um den wesentlichen Teil des Verfahrenskomplexes zu den Auswirkungen von PCB (Polychlorierte Biphenyle) in Gewässern beizulegen. Monsanto hatte PCB rechtmäßig hergestellt, stellte die Produktion aber 1977 ein. Um die Rechtsstreitigkeiten um PCB beizulegen, wird Bayer insgesamt rund 820 Millionen US-Dollar zahlen.