Coronavirus: Gegen den Schutzmasken-Mangel

Die Zahl an Neuinfektionen mit Covid-19 steigt weiterhin an und mit ihr auch die Nachfrage nach Schutzequipment wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln. Insbesondere in den Bereichen Produktion und medizinische Versorgung, wo diese Utensilien dringend benötigt werden, herrscht großer Mangel. Mitarbeiter aus Einkauf und Supply-Chain bei Bayer sorgen dafür, dass ausreichend Schutzequipment in Bayer-Produktionsanlagen und -Laboren zur Verfügung steht. Währenddessen produzieren Kollegen an anderen Standorten bereits Masken mithilfe von 3D-Druckern oder stellen eigenes Desinfektionsmittel her – um es dort zu spenden, wo es am dringendsten benötigt wird.

„Normalerweise kümmere ich mich darum, dass Wirkstoffe und Medikamente dorthin transportiert werden, wo Bedarf ist“, erklärt Ömer Kuzugüden, seit vier Jahren Supply-Chain-Berater in der IT bei Bayer. Aber was ist in Zeiten, in denen das Coronavirus und seine Folgen jeden Lebensbereich betreffen, schon normal. „So etwas wie jetzt habe ich noch nie erlebt“, sagt Kuzugüden deshalb ohne Zögern. Seit dem Ausbruch des Coronavirus’ konzentriert er sich nur noch auf sehr spezielle Güter, vor allem auf Atemschutzmasken. Gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Gümmer leitet er hierzu seit vier Wochen eine neunköpfige Task Force, die sicherstellt, dass es bei Bayer nirgends an Schutzausrüstung fehlt.

 

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Ömer Kuzugüden (l.) und Frank Gümmer im Home Office

 

„Zunächst müssen wir regelmäßig weltweit an unseren Standorten ermitteln, was an persönlicher Schutzausrüstung vor Ort benötigt wird, was noch in den jeweiligen Lagern vorhanden ist und wie hoch der Bedarf in den nächsten Wochen eingeschätzt wird“, beschreibt Kollege Frank Gümmer die Herausforderung, mit denen sich die neue Task Force auseinandersetzt. Diese Transparenz sei wesentlich, um darauf aufbauend die weltweite Verteilung zu steuern.

 

Das Team arbeitet sehr eng mit dem Einkauf bei Bayer zusammen, sowohl in Deutschland als auch mit den Kollegen in China. Zeit ist dabei der entscheidende Faktor in der Zusammenarbeit des globalen Teams: „Wenn wir ein Angebot von einem Hersteller erhalten, müssen wir uns innerhalb von wenigen Stunden entscheiden – zu dem großen Arbeitsumfang kommt dann noch die Zeitverschiebung. Momentan arbeitet unser Team Tag und Nacht“, sagt Kuzugüden, der von seinem Schreibtisch zu Hause die Fäden in der Hand hält.

 

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Das ist das Team der Task Force

 

Für Unternehmen wie Bayer ist der Schutz der Mitarbeiter von größter Bedeutung – und zur Schutzausstattung gehören schon immer auch Masken. „Unsere Produkte für Patienten, Konsumenten und Landwirte spielen eine entscheidende Rolle bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und lebenswichtigen Medikamenten. Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen in der Produktion nicht mit der vorgeschriebenen Schutzausrüstung ausgestattet sind, kann die Herstellung unserer Produkte nicht gewährleistet werden“, erklärt Kai van Laak, Leiter für Health, Safety & Environment bei Bayer. „Diese Produkte sind für viele Menschen lebensnotwendig. Das ist unsere Motivation, dass wir jeden Tag aufs Neue an der Beschaffung der Masken arbeiten – wir sehen den Sinn, die Wichtigkeit des Erfolgs unserer Arbeit, und wissen, dass wir damit anderen helfen“, ergänzt Kuzugüden.

 

Während der 32-Jährige Supply-Chainer und sein Team den Bedarf der Kolleginnen und Kollegen bei Bayer in der Produktion sicherstellen, hilft Bayer an anderer Stelle mit Spenden von Schutzausrüstung, wo sie benötigt wird.

 

So wurden bereits über eine halbe Million Atemschutzmasken und andere Ausrüstung wie Schutzbrillen an verschiedene Länder wie China, Indien, Polen und Argentinien gespendet. Und in Deutschland werden 200.000 Masken an das Rote Kreuz gespendet. „Wir spenden Schutzausrüstung und andere Mittel, wo wir können, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen“, sagt Monika Lessl, die bei Bayer für den Bereich Gesellschaftliches Engagement verantwortlich ist. „Wir arbeiten hierfür sehr eng mit unseren externen Partnern zusammen, um dort zu unterstützen, wo es am dringendsten nötig ist.“

 

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Einen besonderen Einfall hatten die Kolleginnen und Kollegen am Bayer-Standort in St. Louis, USA. über 400.000 Schutzmasken stellt das Team in Kürze zur Verfügung – aus dem Drucker. Im technischen Entwicklungszentrum in der Forschungs- und Entwicklungszentrale am Standort St. Louis, Missouri, in den USA fertigen die Mitarbeiter in Kooperation mit Stratasys, einem führenden Hersteller von 3D-Druckern, eigene Gesichtsschutzvisiere. Vor allem Ärzte, Krankenschwestern und Ersthelfer sollen hiermit vor der Ansteckung geschützt werden, denn im Vergleich zur Atemschutzmaske wird bei diesen Visieren auch die obere Gesichtshälfte geschützt.

 

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„Wir haben die Idee sehr schnell genehmigt bekommen und innerhalb von zwei oder drei Tagen mit dem Druck der 3D-Schutzmasken begonnen“, erzählt Chet Barber, Technical Discovery Center Manager bei Bayer am Standort in St. Louis. Gemeinsam mit den Kollegen vor Ort werden die gedruckten Bauteile mit Schutzschilden und Gummibändern fertiggestellt und dann an die lokalen medizinischen Einrichtungen in St. Louis versendet, die diese Utensilien angefordert haben. Auch andere Regionen sollen danach mit unterstützt werden. „Für mich ist das eine einmalige Gelegenheit. Wir arbeiten alle zusammen, um einen Unterschied zu machen“, sagt Barber.

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Desinfektionsmittel aus Dormagen

Weitere Spenden

Neben Atemschutzmasken unterstützt Bayer auch mit finanziellen Spenden. An den vom Coronavirus stark betroffenen Norden Italiens spendete Bayer vor wenigen Wochen eine Million Euro, die Allianz „Alle vereint gegen das Virus“ in Frankreich wird ebenso mit einer Spende von einer Million Euro unterstützt. An das spanische Gesundheitssystem ging kürzlich eine Spende von 800.000 Euro für die Anschaffung dringend benötigter Geräte sowie von Krankenhausbetten. Weitere Spenden im Wert von mehr als 100.000 Euro beinhalten unter anderem Test-Geräte für die Diagnose von Covid-19 sowie Unterstützung für das spanische Rote Kreuz für dessen Notfallhilfe.

 

Auch Desinfektionsmittel sind aufgrund der gewaltigen Nachfrage sehr knapp. Die Bayer-Mitarbeiter am Standort Dormagen funktionierten daher eine Anlage um, um Desinfektionsmittel herzustellen: Die ersten 10.000 Liter wurden bereits an die Berufsfeuerwehr Köln übergeben. Insgesamt möchte der Standort mehr als 50.000 Liter produzieren und den Krisenstäben benachbarter Städte spenden. Damit soll vorwiegend in Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenpflegeheimen geholfen werden, Patienten und Mitarbeiter zu schützen und das Corona-Virus einzudämmen.