Ein Anruf, der Ihr Leben retten kann

Ob aus Angst, sich anzustecken, weil Symptome missinterpretiert werden oder weil niemand sie besuchen darf: Corona schreckt derzeit viele Menschen davor ab, den Arzt zu rufen oder ins Krankenhaus zu gehen - selbst wenn es sich um einen Notfall handelt. Ein Fehler, der tödliche Folgen haben kann.

Aus vielen Ländern kommen die gleichen Nachrichten: Ärzte und Krankenhäuser berichten von drastisch sinkenden Zahlen in der Notfallmedizin.Doch Experten vermuten, dass nicht die Anzahl der Notfälle selbst gesunken ist, sondern dass Patienten aufgrund der Corona-Pandemie zögern, sich in Behandlung zu begeben.

 

Herzinfarkt und Schlaganfall – rufen Sie den Notarzt

Menschen mit Herzerkrankungen gehören zur COVID-19-Riskogruppe. Geht man davon aus, dass die derzeitige Situation auch das Stresslevel vieler Menschen ansteigen lässt, könnte man erwarten, dass die Notaufnahmen eine erhöhte Anzahl von Schlaganfällen und Herzinfarkten verzeichnen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Aus einer Echtzeit-Datenanalyse der Minneapolis Heart Institute Foundation (MHIF) im April zum Beispiel geht hervor, dass es in den USA während der COVID-19-Pandemie rund 38 Prozent weniger Standardbehandlungen für schwere Herzinfarkte gab.2 Ähnliche Zahlen wurden aus Spanien und Frankreich berichtet. Soziale Distanzierung und die Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19 ist, so vermuten die Experten, ein Grund, der Patienten davon abhält, sich ins Krankenhaus zu begeben.

 

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Fest steht aber: Bei Schlaganfall und Herzinfarkt zählt jede Minute. Sie sind ein Fall für den Notarzt und müssen unverzüglich behandelt werden, da es ansonsten zu schweren Folgen wie beispielsweise Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, oder Lähmungen kommen und auch zum Tod führen kann.

 

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Krebspatienten: Behandlungen fortführen – trotz Corona

Auch Krebspatienten gehören aufgrund ihrer Erkrankung zur Covid-19-Risikogruppe. Verständlicherweise haben viele von ihnen Angst, sich im Krankenhaus oder der Arztpraxis anzustecken. Experten raten aber dringend davon ab, Therapien ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einfach auszusetzen oder zu verschieben. Unter Umständen wachsen Tumore weiter oder bilden Metastasen und sind später nur schlecht oder gar nicht mehr behandelbar.

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Die Krebsbehandlung sollte wegen der Pandemie nicht verschwinden. Ärzte und Krankenhäuser tun alles, um die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf Krebspatienten zu minimieren, werden die Behandlung jedoch nach Möglichkeit fortsetzen. Oft gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, die nicht nur sicher und wirksam bei der Behandlung des Krebses sind, sondern auch ambulant angewendet werden können, um das Risiko einer COVID-19-Infektion zu minimieren.
Dr. med. Svetlana Kobina
,
Leiterin Global Oncology Medical Affairs bei Bayer

Wenn Sie Probleme haben, eine endgültige Entscheidung über Ihre Krebstherapie zu treffen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf Ihren Behandlungsplan. Ihr medizinischer Onkologe kennt Ihre individuelle Situation am besten. Ärzte werden mit Ihnen zusammenarbeiten, um die besten Behandlungsmöglichkeiten für Sie zu finden.

 

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Krebsexperten haben auch Bedenken, dass infolge der COVID-19-Pandemie einige Krebsfälle zu spät erkannt werden, da derzeit viele Menschen ihre Termine für Routineuntersuchungen und frühzeitige Diagnosen verpassen. Daher appellieren sie - wo immer möglich - auch während der Corona-Pandemie, Ärzte und Krankenhäuser aufzusuchen und routinemäßige Gesundheitstermine wahrzunehmen.

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