Wie wir die Landwirtschaft gemeinsam voranbringen

Für mehr als ein halbes Jahrhundert hat die Menschheit über ihre Verhältnisse gelebt. Wir haben mehr Rohstoffe konsumiert und mehr Schadstoffe emittiert als unser Planet auf natürlichem Wege absorbieren kann. Zusammen mit der weiterhin steigenden Weltbevölkerung gehören Klimawandel, Wasserknappheit und der Verlust der biologischen Vielfalt zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit.

Die Vorstellung, dass grüne Ideen und schwarze Zahlen dabei im Widerspruch stehen, ist schon lange von der Wirklichkeit eingeholt. Gewinne allein sind wertlos, wenn sie nicht nachhaltig erwirtschaftet werden. Unternehmen klimaneutral aufzustellen, ist unerlässlich; es kann aber nur der Anfang sein. Wir werden die wichtigsten globalen Entwicklungsziele verfehlen, wenn wir es nicht schaffen, künftiges Wachstum deutlich nachhaltiger zu gestalten.

Unternehmen klimaneutral aufzustellen, ist unerlässlich; es kann aber nur der Anfang sein.
Liam Condon
,
Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Crop Science

Die Aufgaben sind zu groß, als dass einzelne Akteure oder Gruppierungen sie bewältigen könnten. Um Armut und Hunger zu beenden, Ressourcen und Arten zu schützen und der menschengemachten Erderwärmung Einhalt zu gebieten, dürfen Wirtschaft und Gesellschaft nicht in eindimensionalem Gegeneinander verharren. Ein erster wichtiger Schritt wäre stattdessen, wenn alle Beteiligten die Komplexität der Herausforderung anerkennen. Wir wissen zum Beispiel, dass der ökologische Landbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommt. Zugleich benötigen Biobauern aber für den gleichen Ertrag erheblich mehr Fläche – eine Fläche, die wir auf der Erde nicht haben. Erst recht nicht, wenn wir verhindern wollen, dass auch in Zukunft Regenwald für Agrarflächen gerodet wird.

 

Niemand kann heute für sich in Anspruch nehmen, die einzig richtige Lösung für die Zukunft der Landwirtschaft gefunden zu haben. Wir brauchen daher gesellschaftliche Diskurse, die möglichst viele Aspekte und Zusammenhänge berücksichtigen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, nicht auf Vorurteilen, schlichten Behauptungen, oder persönlichen Ansichten.

 

Der zunehmenden Weltbevölkerung Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, sie anders als früher nicht zu Armut zu verdammen, und dabei zugleich die natürlichen Grenzen unseres Planeten zu respektieren ist eine globale, generationenübergreifende Herausforderung. International agierende Unternehmen, die mit diesem Verständnis wirtschaften, sind daher genauso wichtig wie diejenigen, die es nicht nur sprichwörtlich satthaben und die zur Grünen Woche für eine gerechte und ökologischere Landwirtschaft demonstrieren.

 

Wir wissen, dass die derzeit dominierende agrarindustrielle Produktion kritisch betrachtet wird und wir stellen uns dieser Kritik. Wo zum Beispiel monokulturelle Ackerflächen den Kleinbauern keine Chance mehr lassen, entsteht Schaden. Wer die Herausforderungen nachhaltiger Landwirtschaft ganzheitlich betrachtet, kommt jedoch genauso schnell zu der Einsicht, dass sich allein mit kleinen Bauernhöfen und mit den Anbaumethoden von gestern der globale Hunger nicht bekämpfen lässt.

 

Das Beste aus verschiedenen Arten der Landwirtschaft zusammenbringen

Die Welt ist komplex, die Antworten auf die Fragen der Zeit auch. Es gilt in dieser schwierigen Gemengelage, konkrete Lösungen zu entwickeln, die den vielfältigen, teils gegensätzlichen Ansprüchen und Zielen gerecht werden – Lösungen, die das Beste aus verschiedenen Arten der Landwirtschaft zusammenbringen.

 

Bayer forscht deshalb an innovativen Lösungen, die einen nachhaltigeren Pflanzenanbau sowie die Steigerung von Erträgen und Einkommen der Landwirte ermöglichen. Neben einer massiven Senkung unserer eigenen Treibhausgasemissionen werden wir auch unsere Lieferanten in die Pflicht nehmen und Kunden dabei unterstützen, ihre Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten. Für uns selbst haben wir erst Ende vergangenen Jahres unsere Nachhaltigkeitsverpflichtungen auf ein neues, bisher nicht dagewesenes Niveau gehoben:

 

  • Bis 2030 wollen wir klimaneutral werden und die Emission von Treibhausgasen bei der Pflanzenproduktion um 30% reduzieren.
  • Wir entwickeln neue klimabeständige Lösungen, die Landwirten auf der ganzen Welt helfen, sich an extreme Wetterbedingungen anzupassen.
  • Wir verfolgen die Vision eines Marktplatzes, auf dem Landwirte für die Reduktion von CO2 und die Erhöhung der biologischen Vielfalt belohnt werden.

 

Wir werden unser Handeln an diesen Zielen messen und werden regelmäßig über unseren Fortschritt berichten. Lassen Sie uns gemeinsam besser werden und die Landwirtschaft gemeinsam voranbringen.

Autor

as
Liam Condon
Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Crop Science