Radiologie-Experten im Kampf gegen COVID-19

Die COVID-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem und stellt medizinische Fachkräfte auf der ganzen Welt vor beispiellose klinische und operative Herausforderungen. Ein Bereich, der sich als entscheidend für die Bekämpfung der Pandemie herausgestellt hat, ist die medizinische Bildgebung.

Während der Pandemie hat die Radiologie eine Schlüsselrolle eingenommen: Radiologen auf der ganzen Welt unterstützen die Diagnose von COVID-19-Patienten und tragen so dazu bei, die Weichen für die bestmögliche Behandlung zu stellen. Ihre Expertise hilft außerdem, die Krankheit und ihre möglichen Folgen zu verstehen. Gleichzeitig halten sie die Betreuung ihrer anderen Patienten so gut wie möglich aufrecht.


Die Forschung zur bestmöglichen Diagnose von COVID-19 läuft weiterhin unter Hochdruck, das Wissen entwickelt sich rasant weiter. Virusinfektionen wie COVID-19 werden in erster Linie durch virale RNA-Tests und anhand klinischer Symptome diagnostiziert. Thorax-Röntgenuntersuchungen und Thorax-Computertomographie (CT) spielen jedoch eine wichtige Rolle, um beispielsweise das Ausmaß der Lungensymptome zu beurteilen, Begleitinfektionen zu erkennen sowie den Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg zu dokumentieren.  


CT-Untersuchungen aus den ersten Monaten des weltweiten Coronavirus-Ausbruchs beispielsweise lieferten entscheidende Erkenntnisse, etwa Indikatoren für schwere Krankheitsverläufe wie die sogenannten „Milchglastrübungen“ in der Lunge und Lungenembolie. Dieses Wissen hat dabei geholfen, das Virus zu charakterisieren und schnelle klinische Entscheidungen bei der Ersteinschätzung von Patienten in der Notaufnahme und ihrer Behandlung zu treffen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie bei genesenen Patienten, die von der Radiologie-Organisation von Bayer unterstützt wurde, lieferte bedeutende Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen einer COVID-19-Infektion auf das Herz. 

 

COVID-19 und danach: Neue Wege in der Radiologie

Während der Wettlauf um Impfstoffe und Therapeutika an Dynamik gewinnt, spielen Radiologen weiterhin eine zentrale Rolle, um Diagnosen zu stellen, das Wissen über die Erkrankung zu vertiefen und so zur Eindämmung von COVID-19 beizutragen. Radiologie-Experten treiben den Einsatz künstlicher Intelligenz voran, um die Auswertung der Lungenbildgebung bei betroffenen Patienten zu verbessern, eine genauere Risikoabschätzung und Krankheitsüberwachung zu ermöglichen sowie die Erforschung neuer Behandlungsansätze rund um das Coronavirus zu unterstützen.

 

Gleichzeitig sind sie mit einer zunehmenden Arbeitsbelastung konfrontiert, da sie auch die Versorgung von Patienten mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs aufrecht erhalten. Viele dieser Patienten haben sich in den ersten Monaten der Pandemie aus Sorge vor einer COVID-19-Infektion dafür entschieden, Screenings und andere weniger zeitkritische Bildgebungsuntersuchungen zu verschieben – nun kehren sie zu den Praxen zurück. Andere bleiben unentschlossen – mit dem Risiko, dass beispielsweise Krebs oder Herzerkrankungen unentdeckt fortschreiten und sich notwendige Behandlungen verzögern.

 

Viele Bildgebungszentren und Gesundheitseinrichtungen sind wieder geöffnet. Erhöhte Hygienemaßnahmen, das Erfordernis eines möglichst effizienten Arbeitsablaufs angesichts steigender Patientenzahlen und die Notwendigkeit, sich weiterhin intensiv mit der Aufklärung und dem Screening des Coronavirus zu befassen, haben die Radiologie möglicherweise nachhaltig verändert.

 

Radiologie bei Bayer: Unser Beitrag

Seit Anfang März arbeitet das Radiologie-Team auf Hochtouren, um Krankenhäuser, Radiologen und Patienten in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Die lückenlose Versorgung mit Produkten und Dienstleistungen bleibt auch während der Pandemie oberste Priorität. Dazu gehört auch die Wartung, Installation und Reparatur von Injektoren sowie die Betreuung durch unsere Ingenieure und klinischen Teams vor Ort oder per Fernservice. Darüber hinaus bieten wir Webinare für den wissenschaftlichen Austausch an und fassen relevante Veröffentlichungen zusammen, um Radiologen bei der Beantwortung von Fragen rund um COVID-19-Krankheiten zu unterstützen. Darüber hinaus stellen wir detaillierter Informationen zur optimalen Gerätedesinfektion zur Verfügung.

 

Die Herausforderung einer Pandemie aus Sicht der Gesundheitsexperten

Wir haben drei Gesundheitsexperten gefragt, wie sie die Herausforderungen während der Corona-Pandemie erlebt haben und was ihre wichtigsten Erkenntnisse sind.

 

Dr. Valentina O. Puntmann, Universitätsklinik Frankfurt
Dr. Felix Döllinger, Charité Berlin
Prof. Dr. Joachim E. Wildberger, Maastricht University Medical Centre+, Niederlande
Gerd Krüger
In diesen herausfordernden Zeiten kommt der Radiologie eine wichtige Rolle zu: Radiologen auf der ganzen Welt unterstützen die Diagnose von COVID-19-Patienten und stellen damit die Weichen für die bestmögliche Behandlung. Gleichzeitig tragen sie entscheidend dazu bei, die Erkrankung und ihre potenziellen Folgen besser zu verstehen, während sie die Gesundheitsversorgung für alle anderen Patienten so gut wie möglich aufrechterhalten. Ein großes Dankeschön an alle Radiologen auf der ganzen Welt für das, was sie jeden Tag für ihre Patienten tun!
Gerd Krüger
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Leiter Radiologie bei Bayer