Trends

Krebsstammzellen

Die Erkenntnis wächst, dass bereits eine geringe Anzahl von bösartigen Krebsstammzellen für eine kontinuierliche Zufuhr von Krebszellen ausreicht. Diese Tumorstammzellen sind gegen Chemo- und Strahlentherapie resistent und stehen im Verdacht, nach scheinbar erfolgreicher Therapie für Metastasen und das Wiederauftreten des Krebses verantwortlich zu sein.

Krebsstammzellen – eine kleine, robuste Untergruppe von Zellen in Tumoren – verdanken den Namen ihrer Ähnlichkeit zu regulären Stammzellen im menschlichen Körper: sie besitzen die Fähigkeit, sich kontinuierlich selbst zu erneuern und zu differenzieren. Seit einigen Jahren setzt sich die Erkenntnis durch, dass sie eine Ursache sind für die Entstehung von Tumoren und deren Wachstum, sowie deren Wiederauftreten (Rezidive) und Metastasierung. Diese auch als Tumor- initiierende Zellen bezeichneten Stammzellen sind äußerst widerstandsfähig und überstehen Chemo- und Strahlentherapie häufig unbeschadet. Nach einiger Zeit kann es zu einer Reaktivierung der Krebsstammzellen kommen. Dann ermöglichen sie neue aggressive Metastasen, die schwierig zu therapieren sind und letztendlich zum Tod führen.

 

image

 

Die Onkologieforschung von Bayer sucht deshalb auch nach Therapien, die diese besonders widerstandsfähigen Krebsstammzellen angreifen: In enger Kooperation mit dem kalifornischen Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals arbeiten unsere Wissenschaftler an neuen Medikamenten, die exakt in die Signalwege eingreifen, von denen man glaubt, dass sie für das Überleben der Krebsstammzellen entscheidend sind. Der sogenannte Wnt-Signalweg ist einer von mehreren Signalwegen, die als möglicher Angriffspunkt identifiziert wurden und steht im Zentrum der strategischen Allianz von Bayer und OncoMed Pharmaceuticals. Das kalifornische Unternehmen hat auf diesem Forschungsgebiet Pionierarbeit geleistet, da seine Gründer als erste Krebsstammzellen bei Brustkrebs entdeckt haben. Bis heute wurden sie unter anderem auch bei Blutkrebs, Darm-, Prostata- und Gehirntumoren identifiziert.

Onkologie

Mit dem Ziel, das Leben der von Krebs betroffenen Menschen zu verbessern, arbeitet die Onkologieforschung bei Bayer daran, neue Krebstherapien zu entwickeln und Patienten weltweit bereit zu stellen. Unsere Pipeline umfasst spezifische Behandlungsansätze für verschiedene Tumore, darunter häufige Krebsarten wie Prostata-, Brust- und Lungenkrebs sowie seltenere Formen wie Nieren-, Leber- oder Speicheldrüsenkrebs.
 

Ein zentraler Ansatzpunkt in der Onkologieforschung von Bayer ist es, geeignete Zielstrukturen (Targets) auf molekularer Ebene im Tumorgeschehen zu ermitteln, über die das Tumorwachstum verlangsamt oder gestoppt werden kann. Aus solchen Targets werden dann neuartige Therapieansätze abgeleitet. So ist zum Beispiel die Wirkstoffklasse der Kinase-Inhibitoren aus dieser Forschung hervorgegangen. Den Fokus der Targetidentifizierung setzt Bayer dabei insbesondere in den Bereichen Zellzyklus (Cell Cycle), Überlebenssignale (Survival Signaling), Immuntherapie, Antikörper-Wirkstoff- Konjugate sowie Tumorstoffwechsel und Chromatin-Modulation.