Bayer Q2 Media Update
Aus den Ausführungen des Vorstands der Bayer AG
(Es gilt das gesprochene Wort)
Bill Anderson,
Vorstandsvorsitzender der Bayer AG:
Die vergangenen 90 Tage waren wichtig für Bayer. Operativ sind wir auf gutem Weg, unsere Jahresziele zu erreichen, und bei den langfristigen strategischen Prioritäten haben wir entscheidende Fortschritte erzielt. Auf beides werden wir heute eingehen.
Beginnen wir mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2026. Alle Divisionen des Konzerns haben ihre Ziele erreicht. Der Konzernumsatz lag bei 24 Milliarden Euro und stieg damit um 3 Prozent, wobei wir Umsatzveränderungen wie immer währungs- und portfoliobereinigt berichten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 3,66 Euro, was ebenfalls einer Steigerung um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Free Cash Flow lag im ersten Halbjahr bei minus 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zu minus 1,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, was durch die bereits angekündigten Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten begründet ist.
Zu den einzelnen Divisionen: Crop Science erreichte ein Umsatzwachstum von 5,5 Prozent. Haupttreiber war der Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften inklusive der zusätzlichen Lizenzeinnahmen aus dem ersten Quartal. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 31 Prozent, was im Vergleich zum Vorjahr eine erhebliche Verbesserung ist. Die Gründe dafür liegen in margenstärkeren Umsätzen, den eben erwähnten Lizenzeinnahmen und Effizienzsteigerungen.
Pharmaceuticals zeigte weiterhin Resilienz. Die Umsätze blieben konstant, wobei Nubeqa™ und Kerendia™ gemeinsam um 66 Prozent zulegten, was die erwarteten erheblichen Rückgänge bei Xarelto™ kompensierte. Der Rückgang bei Eylea™ durch generischen Wettbewerbsdruck betrug 27 Prozent, wobei das Geschäft mit der 8mg-Version inzwischen die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Beyonttra™ entwickelt sich weiter gut und das Basisgeschäft legt ebenfalls zu, teilweise durch das starke Volumen-wachstum im Bereich Radiologie. Unsere EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 26 Prozent. Damit können wir die Erwartungen erfüllen und werden im zweiten Halbjahr weiter in künftiges Wachstum investieren.
Und schließlich verzeichnete Consumer Health ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent, wozu – bis auf eine Ausnahme – sämtliche Kategorien beitrugen. Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Nahrungsergänzungsmittel und Dermatologie. Die EBITDA‑Marge lag unter dem Vorjahresniveau, aber wir bleiben hinsichtlich der Prognose auf Kurs.
Insgesamt sind wir mit den Entwicklungen zufrieden. Trotz eines unsicheren Umfelds sind wir auf gutem Weg, unsere Ziele zu erreichen. Wir setzen unsere Strategie weiter um und unser Team ist darauf fokussiert, zu liefern.
Damit zu den wichtigsten Entwicklungen der strategischen Prioritäten, inklusive einiger wichtiger Entwicklungen in den vergangenen Wochen. Asundexian wird sowohl in den USA als auch in China vorrangig geprüft, und Pharmaceuticals bereitet die Produkteinführung für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres vor. Zudem haben wir die im Vorquartal angekündigte Akquisition von Perfuse Therapeutics abgeschlossen. Dabei geht es um eine neuartige Therapie für Glaukom und diabetische Retinopathie.
Crop Science setzt das Fünf-Jahres-Programm weiter um. Dabei gibt es erste greifbare Ergebnisse, wie die verbesserte Marge zeigt. Wir stellen unser Geschäft auch besser auf: Im vergangenen Monat haben wir das US-Glyphosatgeschäft in einer eigenständigen Einheit unter dem Namen Ruveon gebündelt. Diese kann agiler handeln und damit den spezifischen Wettbewerbsdynamiken in dem durch Generika geprägten Markt besser begegnen. Zudem bauen wir das Portfolio an Innovationen weiter aus: beispielsweise mit einer Lizenzvereinbarung für die breite Vermarktung von Hybridweizen – einem Getreide, das zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln gehört.
Im gesamten Konzern erhöhen wir die Produktivität durch das neue Organisationsmodell. Die Teams, die für die Markteinführungen bei Pharmaceuticals, die Profitabilitäts-steigerungen bei Crop Science oder die Investitionsentscheidungen bei Consumer Health verantwortlich sind, haben viel mehr Entscheidungsfreiheit. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem schlanken und unternehmerischen Organisationsmodell auch gut dafür aufgestellt sind, die Chancen der Künstlichen Intelligenz optimal zu nutzen. Wir investieren in KI – sowohl bei den Systemen des Konzerns als auch bei den Anwendungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –, damit sie alle ihre Produktivität steigern können. Es geht darum, möglichst viel möglichst schnell zu erreichen – und das zu den geringsten Kosten.
Schließlich zu den Rechtsstreitigkeiten: Die vergangenen 90 Tage waren eine entscheidende Phase in den jahrelangen Bemühungen des Unternehmens, die Unsicherheiten durch die Rechtsstreitigkeiten einzudämmen. Am 25. Juni hat der US Supreme Court im Fall Durnell ein richtungsweisendes Urteil für regulatorische Klarheit, die amerikanische Landwirtschaft und für das Unternehmen erlassen. Die Entscheidung war in keiner Weise ideologisch geprägt. Sowohl die von Republikanern als auch die von Demokraten nominierten Richter haben sich jeweils mehrheitlich der Position von Monsanto angeschlossen. Und das Urteil war eindeutig: Die Hoheit über die Regulierung von Pflanzenschutzmitteln liegt bei der amerikanischen Umweltbehörde EPA. Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Basis des Rechts in einzelnen Bundesstaaten sind ausgeschlossen und sollten abgewiesen werden. Erste Gerichte der unteren Instanzen haben das Urteil des Supreme Court inzwischen schon angewendet.
Was bedeutet dieses Urteil für unsere mehrgleisige Strategie? Der vorgeschlagene Sammelvergleich zwischen Monsanto und führenden Klägerkanzleien wird weiter vorangetrieben. Wir sind überzeugt, dass das auch für die Kläger der beste Weg zu einer Lösung ist, da ihre wichtigste Rechtstheorie durch das oberste Gericht der USA verworfen wurde.
Wir sind durch das Urteil in einer stärkeren Position. Die Anhörung zur finalen Genehmigung beim Gericht in Missouri ist für den 19. August angesetzt, die Entscheidung wird dann voraussichtlich im Laufe dieses Jahres fallen. In der Zwischenzeit werden wir den Sammelvergleich weiter vorantreiben und dabei unsere Stellungnahmen zu den Einsprüchen einreichen sowie Anzahl und Qualität der sogenannten Opt-outs bewerten.
Bei PCB wollen wir weiterhin die Haftungsfreistellungen durchsetzen, die mit Monsanto vereinbart wurden. Der Fall wird nun vor einem Bundesgericht fortgesetzt.
Insgesamt sind wir mit unserer Strategie zur Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten gut vorangekommen, haben aber noch wichtige Meilensteine vor uns. Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, die sowohl kurzfristig als auch langfristig richtigen Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.
In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir uns ganz auf unsere Prioritäten konzentriert: Erneuerung der Pharma‑Pipeline, erhebliche Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten, Abbau der Verschuldung, Profitabilitätssteigerung bei Crop Science und den Umbau von Bayer zu einem schlankeren, dynamischeren und produktiveren Unternehmen. Durch intensive Arbeit haben wir in all diesen Bereichen Fortschritte erzielt. Es ist unerlässlich, dass wir diesen Fokus beibehalten. Wir konzentrieren uns also weiter darauf, unsere Ziele zu erreichen und Bayer bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.
Damit übergebe ich an Judith, die genauer auf die Finanzen eingehen und ihre ersten Eindrücke vom Unternehmen schildern wird. Sie ist zu einem entscheidenden Zeitpunkt in unser Unternehmen gekommen und hat sich vom ersten Tag an voll und ganz eingebracht.
Dr. Judith Hartmann,
Chief Financial Officer der Bayer AG:
Ich freue mich, in so wichtigen Zeiten zu Bayer gekommen zu sein. Das Team hat bei den Rechtsstreitigkeiten große Fortschritte gemacht und wir konzentrieren uns voll darauf, sie weiter einzudämmen. Das Ziel bleibt, dass bei der Bewertung von Bayer die Stärke unserer Geschäftsfelder, unserer Innovationen und unserer Wachstumschancen eine größere Rolle spielen können. Die ersten Monate habe ich damit verbracht, unseren Kunden, Beschäftigten und Investoren zuzuhören. Drei Themen stachen dabei hervor:
Erstens ist die Innovationskraft von Bayer ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unsere Führungsposition basiert auf langjähriger Erfahrung in Forschung und Entwicklung, auf die Landwirte, Patienten und Konsumenten vertrauen. Unsere Teams setzen sich für Innovationen im Sinne unserer Mission ein.
Zum Zweiten liegen attraktive Wachstumsmöglichkeiten vor uns. Langfristige Trends und starke Positionen in großen Märkten mit einer wachsenden und alternden Bevölkerungen unterstützen das. Durch unser neues Organisationsmodell sind wir zudem schlanker und kundenorientierter aufgestellt.
Drittens sind unsere finanziellen Prioritäten klar:
Wir müssen die Bilanz weiter stärken,
Produktivität und Cash Flow verbessern und
Flexibilität für Investitionen in künftiges Wachstum gewinnen – mit Medikamenten der nächsten Generation, Agrartechnologien und Consumer Health.
Mit der Transformation sind wir gut vorangekommen, aber es liegen noch wichtige Aufgaben vor uns. Ich sehe eine große Chance darin, diese Dynamik durch konsequente Umsetzung und finanzielle Disziplin weiter voranzutreiben, um nachhaltig Wert zu schaffen.
Damit zu den Finanzergebnissen. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr währungs- und portfoliobereinigt um 3 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal legte er um 2 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro zu. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, mit einem Anstieg um 2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Wechselkurseffekte stellten in diesem Quartal keine wesentliche Belastung dar.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr bei 3,66 Euro. Das entspricht aufgrund der saisonalen Effekte unseren Erwartungen. Im zweiten Quartal lag das bereinigte Ergebnis je Aktie bei 95 Cent und damit um 17 Prozent unter Vorjahr. Ursache waren positive einmalige Steuereffekte und das Überleitungsergebnis 2025. Dieses Jahr kommt es in beiden Punkten wie erwartet wieder zu einer Normalisierung.
Damit zum Free Cash Flow. Die erheblichen Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten – die sich in den ersten sechs Monaten auf 2,5 Milliarden Euro beliefen – führten dazu, dass der Free Cash Flow negativ ausfiel, und erklären den starken Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Im zweiten Quartal waren die variablen Vergütungsbestanteile zudem höher als Im Vorjahr.
Schließlich zur Nettofinanzverschuldung, die sich gegenüber dem Vorjahreswert nur leicht auf 33,6 Milliarden Euro erhöhte. Im Vergleich zum ersten Quartal erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung wegen der Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten, die Akquisition von Perfuse für das Pharmageschäft und Wechselkurseffekte um 1,1 Milliarden Euro.
In den vergangenen Wochen haben wir auch zwei wichtige Finanzierungstransaktionen erfolgreich abgeschlossen. Die Investition von 3 Milliarden Euro durch Apollo war ein wichtiger Meilenstein. Sie stärkt unsere Kapitalstruktur und schafft zusätzliche Flexibilität für künftige Finanzierungen. Mit Abschluss der Transaktion wird sich auch unsere Nettofinanzverschuldung im zweiten Halbjahr reduzieren. Zudem haben wir erfolgreich Anleihen im Volumen von 5 Milliarden US‑Dollar platziert – ein weiteres Beispiel für das Vertrauen, das Bayer am Kapitalmarkt genießt.
Das war eine wichtige Teamleistung, für die ich mich bei allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen herzlich bedanken möchte. Das gilt ganz besonders auch für die Ergebnisse des ersten Halbjahres. Insgesamt sind wir mit diesen Resultaten auf gutem Weg, die Jahresziele zu erreichen.
Zu unserer Prognose für 2026: Wir bestätigen den Konzern-Jahresausblick für Umsatz, Ergebnis und Free Cash Flow auf Basis konstanter Wechselkurse. Das liegt zum einen an der guten Performance im ersten Halbjahr, aber auch an den erwarteten Entwicklungen für den Rest des Jahres. Darüber hinaus behalten wir das dynamische Umfeld im Blick.
Bei der Nettofinanzverschuldung haben wir die Minderheitsbeteiligung von Apollo berücksichtigt; der Abschluss der Eigenkapitalinvestition wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr erfolgen. Dadurch gehen wir nun von einer Nettofinanzverschuldung im Bereich von 29 Milliarden Euro bis 30 Milliarden Euro aus. Zuvor hatten wir 32 Milliarden Euro bis 33 Milliarden Euro prognostiziert.
Insgesamt sehen wir derzeit ein ausgewogenes Chancen‑ und Risikoprofil für unseren Ausblick zum Gesamtjahr, der weiterhin unsere aktuellen Bewertungen externer Faktoren und der geopolitischen Lage berücksichtigt. Wichtige Entwicklungen werden wir im Jahresverlauf weiter beobachten:
Für Crop Science behalten wir die geopolitischen Entwicklungen und mögliche Wettereffekte wie El Niño im Blick. Wetterumschwünge könnten in einigen Regionen Aussaat und Erträge beeinflussen. Unsere technologiegestützten Saatgut‑ und Pflanzenschutzlösungen helfen Landwirten, damit umzugehen.
Für unser Pharmageschäft erwarten wir in diesem Jahr keine wesentlichen Einflüsse durch Zölle auf unsere Prognose. Wir beobachten aber weiterhin die Entwicklungen in der globalen Arzneimittel-Preisgestaltung, insbesondere in Bezug auf das von den USA verfolgte Meistbegünstigungsprinzip, und prüfen mögliche Auswirkungen auf unsere Preis‑ und Markteinführungsstrategien.
Bei Consumer Health sind die wichtigsten Variablen im zweiten Halbjahr weiterhin die Entwicklungen des Verbrauchervertrauens in den USA und anderen Kernmärkten, die Performance der saisonalen Produktkategorien sowie die Entwicklungen im makroökonomischen Umfeld.
Schließlich zu den Wechselkursen. Wie üblich haben wir unsere Wechselkurs-erwartungen auf Basis der Kurse Ende Juni aktualisiert. Im Vergleich zu konstanten Wechselkursen führt dies zu einer etwas geringeren Belastung für den Umsatz und das bereinigte Ergebnis je Aktie im Vergleich zu den Erwartungen auf Basis der Kurse Ende März.
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Website www.bayer.com/de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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Christian Hartel Head of Corporate Media Relations |