Wien, 06. Juli 2026 – Priv.-Doz. Dr. Christian Nitsche von der Medizinischen Universität Wien wurde mit dem diesjährigen Werner-Klein-Forschungspreis ausgezeichnet. Prämiert wurde seine Forschungsarbeit zur KI-gestützten Diagnose und Prognose bei kardialer Amyloidose, die eine standardisierte und zuverlässigere Auswertung von Szintigrafie-Untersuchungen ermöglicht und damit eine wichtige Grundlage für klinische Entscheidungen schafft.
KI unterstützt standardisierte Befundung
Kardiale Amyloidose ist eine seltene Erkrankung, bei der eine rasche und verlässliche Diagnostik entscheidend ist. In der klinischen Routine werden Szintigrafie-Aufnahmen häufig visuell beurteilt; die Interpretation kann dabei - abhängig von Erfahrung und Vorgehen - variieren.
Die prämierte Arbeit untersucht eine KI-basierte Methode, die die Auswertung objektiver und konsistenter machen kann. Ziel ist es, die Variabilität in der Befundung zwischen Untersuchenden zu reduzieren und die Beurteilung stärker zu standardisieren.
Robuste Datenbasis und internationale Validierung
Die Aussagekraft der Studie wird durch ihre große internationale Datengrundlage gestützt: Ausgewertet wurden mehr als 16.000 Patientinnen und Patienten sowie über 19.000 Scans in einem multizentrischen, retrospektiven Design . Zusätzlich wurde die Methode extern in weiteren Zentren validiert, um ihre Robustheit unter unterschiedlichen klinischen Bedingungen zu prüfen. Die Arbeit wurde 2024 in einem hochrangigen Fachjournal veröffentlicht: The Lancet Digital Health.
Zusätzlicher prognostischer Nutzen
Neben der diagnostischen Unterstützung zeigt die Arbeit auch prognostische Relevanz: Die KI-basierte Analyse ist mit klinischen Outcomes, insbesondere der Gesamtmortalität, assoziiert. Damit liefert die Methode nicht nur eine verbesserte Identifikation potenziell betroffener Patientinnen und Patienten, sondern auch zusätzliche Informationen für die Einschätzung des Krankheitsverlaufs.
„Die ausgezeichnete Arbeit überzeugt durch ihre hohe wissenschaftliche Qualität und ihre klinische Relevanz. Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus innovativer Methodik und einer breiten internationalen Datengrundlage, die eine belastbare Einordnung diagnostischer und prognostischer Fragestellungen ermöglicht“, betont Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler, Sekretär der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft.
Mona Deutsch, Country Manager Pharmaceuticals bei Bayer Austria, ergänzt: „Die ausgezeichnete Arbeit von Priv.-Doz. Dr. Christian Nitsche zeigt, welches konkrete Potenzial künstliche Intelligenz für die klinische Praxis hat: Sie kann dazu beitragen, Diagnosen konsistenter zu stellen und den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen. Genau solche Ansätze sind entscheidend, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern. Wir gratulieren ihm sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.“
Forschungspreis der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) und Bayer Austria
Der Werner-Klein-Forschungspreis für translationale Herz-Kreislauf-Forschung wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der kardiovaskulären Forschung vergeben und berücksichtigt sowohl Grundlagen- als auch klinische Forschung. Die Verleihung erfolgte im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft.
COR-PF-CAR-AT-0005-1-07-2026

Foto v.l.n.r.: Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler; Priv.-Doz. Dr. Georg Delle Karth; Ap. Prof.in Priv.-Doz.in Dipl.-Ing.in Dr.in Noemi Pavo, PhD; Priv.-Doz. Dr. Christian Nitsche; Univ. Prof. Dr. Daniel Scherr
Fotorechte: Österreichische Kardiologische Gesellschaft
Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen in den Life-Science-Bereichen Gesundheit und Ernährung. Getreu seiner Mission „Health for all, Hunger for none“ möchte das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen Menschen nützen und die Umwelt schonen – indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern mit rund 88.000 Beschäftigten einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 5,8 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.com/de.
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1Spielvogel, C., Nitsche, C. et al, 2024. Diagnosis and prognosis of abnormal cardiac scintigraphy uptake suggestive of cardiac amyloidosis using artificial intelligence: a retrospective, international, multicentre, cross-tracer development and validation study. Lancet Digit Health. 2024 Apr;6(4):e251-e260. doi: 10.1016/S2589-7500(23)00265-0.