Persönliche Gesundheit

Jetzt ist die Zeit für mehr Selbstfürsorge

A woman in sports clothes in the morning or evening sun

Die Corona-Krise hat die persönliche Gesundheit für Milliarden von Menschen weltweit stärker in den Fokus gerückt und sorgt für Dynamik im Bereich der Verbrauchergesundheit.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Gesundheit in den letzten zwei Jahren weltweit das Gesprächsthema überhaupt war. Die Pandemie übte weltweit einen enormen Druck auf die globalen Gesundheitssysteme aus, wobei viele bereits vor 2020 Schwierigkeiten hatten, mit der Nachfrage Schritt zu halten. 
 

Im Verlauf der Pandemie wurde deutlich, wie wichtig eine stabile Gesundheit und Immunität im Alltag ist. Eine zu Beginn der Pandemie von New Hope Network durchgeführte Umfrage ergab, dass die persönliche Gesundheit für 77 % der befragten Personen wichtiger geworden sei als im Jahr 2019. 
 

Die Corona-Pandemie hat außerdem verdeutlicht, wie zerbrechlich viele Gesundheitssysteme sind. Laut Daten der Weltbank steigen die Gesundheitsausgaben als prozentualer Anteil des nationalen Bruttoinlandsproduktes (BIP). In den USA lagen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2019 bei fast 17 % des BIP. Was den Fokus des Einzelnen auf die persönliche Gesundheit betrifft, so prognostiziert Diana Rosero-Pena, Analytikerin bei Bloomberg Intelligence, dass die erhöhte Eigenverantwortung auch in Zukunft erhalten bleibt. 
 

„Die Pandemie hat viele Menschen dazu angeregt, mehr über ihre körperliche Gesundheit nachzudenken. Das weist darauf hin, dass der Bereich der Selbstfürsorge auch zukünftig reichlich Rückenwind haben wird“, so Rosero-Pena.
 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Selbstfürsorge als „die Fähigkeit von Individuen, Familien und Gemeinschaften, Gesundheit zu fördern und zu erhalten, Krankheit vorzubeugen und mit Krankheit umzugehen, mit oder ohne Unterstützung durch das Gesundheitssystem“. Selbstfürsorge befähigt Menschen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sowohl proaktiv als auch reaktiv zu schützen, ob mit Nasenspray zur Linderung von Allergien oder Nahrungsergänzungsmitteln zur ergänzenden Versorgung des Körpers mit Nährstoffen. 

Beim Thema Gesundheitswesen haben wir in der Vergangenheit immer nur an eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus gedacht. Doch die Gesundheitsvorsorge beginnt bereits vor dem Gang zum Arzt. Dazu gehören eine gesunde Lebensweise und die richtigen Maßnahmen, um die eigene Gesundheit zu verstehen und behandeln zu können.
Heiko Schipper
,
Vorsitzender der Global Self-Care Federation und Leiter der Division Consumer Health bei Bayer

Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum

In den letzten 30 Monaten wurde deutlich, dass die Leistung und die langfristige Nachhaltigkeit solcher Systeme überdacht werden müssen. Um langfristige Gesundheitssysteme zu erschaffen, müssen gesündere Lebensweisen und persönliche Gesundheitsmaßnahmen in umfassendere Strategien für Prävention und Gesundheitsversorgung integriert werden.
 

Zu den drei tödlichsten Krankheiten weltweit gehören nicht-übertragbare Krankheiten (NCDs) wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrankheiten. Wenn mehr Menschen ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen würden – beispielsweise durch eine verbesserte und ergänzende Ernährung oder einen gesünderen Lebensstil – könnten solche Krankheiten eingedämmt werden. Wenn wir in mehr Selbstfürsorge und präventive Gesundheitslösungen investieren, könnte die Anzahl der Menschen mit nicht-übertragbaren Krankheiten reduziert werden. Außerdem kann so die Anzahl der Menschen, die Ärztinnen und Ärzte, Krankenhausbesuche und teure Behandlungen benötigen, begrenzt werden.
 

Zum Ende des Jahres 2020, schnitten einige der wirtschaftlich stärksten Länder, darunter Großbritannien, die USA und Frankreich, bei der von Bloomberg Health durchgeführten Effizienzindex-Ermittlung schlecht ab. Dieser Index wird aus den Faktoren Lebenserwartung und Gesundheitsausgaben errechnet, und zeigt an, welche globalen Gesundheitssysteme ihre Bürgerinnen und Bürger gesundheitlich am besten versorgen. 
 

Die Global Self-Care Federation fand bei Forschungsarbeiten heraus, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, Gesundheitssysteme und Regierungen durch mehr Selbstfürsorge innerhalb eines Jahres 119 Milliarden USD sparen können. Durch weitere Selbstfürsorge könnten pro Jahr zusätzlich 60 Milliarden USD eingespart werden. 
 

Diese Datenpunkte lassen ein unausgeschöpftes Potenzial dafür erkennen, wie die Selbstfürsorge im Gesundheitswesen umgesetzt wird – sowohl im Sinne des wirtschaftlichen Werts in Bezug auf das Staatsbudget als auch eines positiven Einflusses auf die Gesundheit von Individuen.
 

Dieses Potenzial schriftlich festzuhalten, ist eine der Hauptaufgaben des Self-Care Readiness Index (SCRI). Der SCRI wurde im September 2021 von der Global Self-Care Federation in Zusammenarbeit mit der WHO ins Leben gerufen. Der Index zeigte, dass der Großteil der Gesundheitsdienstleister weltweit persönliche Gesundheitsmaßnahmen für sehr wichtig zur Unterstützung der Patientinnen und Patienten halten. Sie fanden heraus, dass sich der Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten verbesserte, wenn diese zunächst sichere und geeignete rezeptfreie Arzneimittel für kleinere Beschwerden nutzen konnten. In Thailand beispielsweise, wo Hausmittel und rezeptfreie Arzneimittel häufig eingesetzt werden, sagten 99 % der Gesundheitsfachkräfte, dass die Selbstfürsorge ein „Hauptbestandteil“ ihres Ansatzes im Patientenmanagement sei.
 

Möglichkeiten der Selbstfürsorge

Arm of a woman with a smartwatch

Mit immer mehr Apps und digitalen Plattformen im Bereich der Gesundheitstechnologie haben Menschen mehr Möglichkeiten als je zuvor, die eigene Gesundheit besser zu managen. Digitale Technologien sind außerdem die treibende Kraft hinter Durchbrüchen wie der Präzisionsmedizin, die individuellere medizinische Behandlungen ermöglicht. Digitale Technologien haben auch zu großen Fortschritten in Sachen Genauigkeit und Effizienz im Gesundheitswesen geführt.
 

Um diesem Trend gerecht zu werden, hat Bayer in diesen wachsenden Bereich investiert, darunter in Ada Health. Die Symptom-Check-App von Ada Health nutzt Künstliche Intelligenz (KI), um Patientinnen und Patienten die Bewertung ihres Gesundheitszustands, die Nachverfolgung ihrer Symptome und die Beobachtung von Veränderungen ihrer Gesundheit zu ermöglichen. 2020 hat Bayer eine Mehrheitsbeteiligung an Care/of erworben. Das Start-up liefert personalisierte Gesundheitsanalysen und maßgeschneiderte Nahrungsergänzungsmittel direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher zu Hause. 
 

„Eine bessere persönliche Gesundheit wird immer wichtiger und macht die wissenschaftsbasierte Selbstfürsorge zu einer attraktiven Investition“, so Schipper. „Neben dem potenziellen Umsatz unterstützt die Investition in Selbstfürsorge überlastete Gesundheitssysteme und schafft ein nachhaltigeres Modell für die Zukunft.“
 

Für Bayer ist die Entwicklung von Lösungen für die Selbstfürsorge ein wesentlicher Teil des Unternehmenszwecks „Science for a Better Life“. Vor allem im Bereich der Digitalisierung weisen neue wissenschaftliche Disziplinen wie das personalisierte Gesundheitsmonitoring auf das Potenzial hin, dass Behandlungen über das gesamte Gesundheits-Krankheits-Kontinuum hinweg transformiert werden können – unabhängig davon, ob es um die Nährstoffaufnahme geht oder eine schwerwiegendere Krankheit wie Diabetes. 
 

„In unseren Divisionen Pharmaceuticals und Consumer Health nutzen wir das Potenzial der Digitalisierung, um die Art, wie Gesundheitsleistungen praktiziert werden, zu verbessern. Das erreichen wir durch wissenschaftsbasierte Technologien, die die Gesundheit der Patientinnen und Patienten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern an erste Stelle setzen“, fügt Schipper hinzu.
 

Doch neben einer Investitionsstrategie trägt dieses Ziel auch eine Verantwortung für die Weltbevölkerung. Vor allem in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsleistungen ist die Selbstfürsorge unabdingbar. Zu Anfang dieses Jahres wurde die Nutrient Gap Initiative ins Leben gerufen, die unterversorgten Gemeinschaften Zugang zu Vitaminen und Mineralstoffen verspricht. Die Folgen eines Vitamin- und Mineralstoffmangels verschlimmern sich im Laufe der Zeit und wirken sich auf die Gesundheit der Betroffenen aus. Hinzu kommt, dass der Armutskreislauf dadurch weiter angetrieben wird. Das Programm verfolgt das Ziel, bis 2030 jährlich 50 Millionen Menschen zu erreichen. Sie sollen sich besser um ihre Gesundheit kümmern können und so lokale Institutionen entlasten.
 

„Im Laufe der letzten anderthalb Jahre wurde deutlich, dass die persönliche Gesundheit ein zentrales Thema mit globalen Auswirkungen ist“, so Schipper. „Die Nutrient Gap Initiative ist ein großartiges Beispiel für mehr Selbstfürsorge. Wenn Menschen ihre Gesundheitsversorgung selbst in die Hand nehmen, können wir mit der Zeit auch die Gesundheit der Welt verbessern.“