So schützen wir das Klima

Ohne geeignete Gegenmaßnahmen wird die globale Temperatur um weit über 2 Grad Celsius steigen. Dies wird die Ökosysteme unseres Planeten bedrohen, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gefährden und die Nahrungsmittelversorgung für eine wachsende Weltbevölkerung gefährden.

 

Unsere Klimaziele und -initiativen

Als wissenschaftlich fundiertes Unternehmen erkennt Bayer die Risiken des globalen Klimawandels an. Wir sind bestrebt, die Treibhausgasemissionen in unserem Unternehmen und entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette gemäß den UN-SDGs und dem Pariser Abkommen kontinuierlich zu reduzieren, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

 

Wir haben uns der weltweit führenden Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen, die unsere Reduktionsziele überprüft. Diese Initiative wurde von CDP, dem UN Global Compact, dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund For Nature (WWF) gegründet. Mehr als 1.000 Unternehmen haben sich verpflichtet, sich aktiv der Herausforderung des Klimawandels zu stellen und eindeutige Ziele für die Reduzierung ihrer Emissionen im Einklang mit dem Pariser Abkommen festzulegen.

 

Unser Netto-Null-Ziel

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2050 oder früher eine Netto-Treibhausgasemission von Null einschließlich unserer gesamten Wertschöpfungskette1 zu erreichen, und die Business Ambition für 1,5°C unterzeichnet.

 

Unsere mittelfristigen Klimaziele bis 2030:

  • Wir werden unsere Scope 1&22 Emissionen bis Ende 2029 im Vergleich zu unserem Basisjahr 2019 um 42% reduzieren. Dieses Ziel entlang eines 1,5°C-Pfades wurde von der Initiative "Science Based Target" geprüft und anerkannt. Um dies zu erreichen, werden wir verschiedene Maßnahmen kombinieren, wie effizientere Lüftungssysteme nach innen und außen, eine Umstellung auf klimaneutrale Technologien wie Geothermie zum Heizen und Kühlen und eine Umstellung auf 100% eingekauften Strom aus erneuerbaren Quellen.

    Bayer hat konkrete Kriterien für den eigenen Bezug von Ökostrom definiert. Dazu zählen die Nähe zwischen Stromproduktion und Bayer Standorten, die Nutzung neuer Erzeugungsquellen sowie der Fokus auf Wind- und Fotovoltaik-Strom. Die Kriterien orientierensich an den „Ökostrom next generation“-Richtlinien von WWF (World Wide Fund For Nature).
     
  • Bayer will die eigenen Standorte bis 2030 klimaneutral stellen. Die nach der Reduktion verbleibenden Emissionen werden durch den Kauf von Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten mit anerkannten Qualitätsstandards kompensiert. Diese Projekte haben Bezug zu unserem Geschäft. Wir konzentrieren uns auf naturbasierte Klimalösungen, bevorzugt Wald- und Landwirtschaftsprojekte. Darüber hinaus werden wir in innovative Projekte investieren, um die Entwicklung der freiwilligen Kohlenstoffmärkte zu fördern.
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  • Wir wollen die Treibhausgasemissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 33) durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden bis zum Jahr 2029 gegenüber 2019 um mindestens 12,3% senken. Dieses Ziel wurde von der Science Based Target Initiative geprüft und anerkannt. Da ein solches Ziel nicht allein erreicht werden kann, hat sich Bayer mit anderen ehrgeizigen Unternehmen zusammengetan, um im Rahmen der Initiative „Together for Sustainability“ der chemischen Industrie den Fortschritt voranzutreiben. Wir sind außerdem Mitglied der CDP Supply Chain Initiative und stehen in direktem Kontakt mit wichtigen Lieferanten.
  • Darüber hinaus wird Bayer mit Landwirten zusammenarbeiten, um den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft zu verringern, auf die derzeit weltweit rund 25 Prozent der Treibhausgasemissionen entfallen. Wir wollen dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in den wichtigsten Agrarmärkten - pro Kilogramm Ernteertrag - bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Dies gilt für die meist emittierenden Anbausysteme in den Regionen, in denen Bayer tätig ist. Dazu gehört, dass Bayer den Landwirten hilft, klimafreundliche Methoden wie weniger Pflügen und die Verwendung digitaler Lösungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen anzuwenden.
  • Bayer engagiert sich in weiteren klima- und umweltbezogenen Aktivitäten - beispielsweise der Reduzierung von Umweltauswirkungen von Pflanzenschutzmitteln um 30 Prozent bis 2030, der Unterstützung von Projekten zur Erhaltung von (Regen-) Wäldern und der Verwendung umweltfreundlicherer Verpackungsmaterialien.

 

Zwischenziele

  • Bis 2024 wollen wir unsere Scope 1&2 Emissionen2 um 20% und unsere Scope 3 Emissionen3 um 6% entlang des SBT-Reduktionspfads zu reduzieren (Basisjahr 2019).

 

Kapitaleinsatz und interner CO2-Preis

  • Wir passen unsere Investitionsausgaben an unser Ziel an, bis 2050 Netto-Null Treibhausgasemissionen zu erreichen. Dies entspricht dem globalen Ziel die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Bayer will bis 2030 500 Millionen Euro in Energieeffizienz und klimafreundliche Maßnahmen investieren.
  • Um klimabedingte Geschäftsrisiken und -chancen zu antizipieren und interne Veränderungen voranzutreiben, haben wir für die Berechnung unserer Investitionsprojekte einen internen CO2-Preis von 100€ pro Tonne CO2 festgelegt.
  • Dieser Anreiz gilt für alle Initiativen zur Reduzierung von CO2-Emissionen mit Ausnahme der Emissionen aus zugekauftem Strom. Diese sollen mit dem Ziel von 100 % zugekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030 auf Null sinken. Die Senkung des Stromverbrauchs wird dennoch im Rahmen von Verbesserungs- und Kostenmanagementmaßnahmen fortgesetzt.
  • Bei der Festsetzung des internen Preises von 100€ pro Tonne wurden Kostensenkungskurven zur Emissionsminderung, Kosten für hochwertige Energieattributzertifikate für erneuerbares Gas sowie Entwicklungen im Bereich der Energiesteuern berücksichtigt. Der Preis und die Ausgestaltung des Anreizsystems werden nach zwei Jahren überprüft, um die Wirksamkeit sicherzustellen und die Marktannahmen erneut zu validieren. Dieser Schattenpreis-Ansatz verbessert den Net Present Value (NPV) klimafreundlicher Projekte und räumt ihnen eine höhere Priorität ein.
  • Zusätzlich führen wir eine ökologische Bewertung von relevanten Investitionsprojekten durch.

Klimapolitisches Engagement und Steuerung

  • Wir setzten uns extern für eine Klimaposition entsprechend unserer ehrgeizigen Ziele ein und fordern daher Dekarbonisierungsmaßnahmen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Unsere Mitgliedschaften in relevanten Industrieverbänden, sowie deren Positionen bzgl. klimapolitischer Maßnahmen hinterfragen wir regelmäßig kritisch. Im Detail haben wir unser klimapolitisches Engagement hier aufgelistet.
  • Nachhaltigkeit ist für Bayer von größter Bedeutung. Unser CEO ist gleichzeitig auch unser Chief Sustainability Officer, der alle Nachhaltigkeitsaktivitäten einschließlich unseres Klimaprogramms überwacht.
  • Der Aufsichtsrat achtet bei seiner Zusammensetzung darauf, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlich sind. Nachhaltigkeit inklusive Klimawandel ist ein Teil dieser Kenntnisse. Die Kompetenzen und Erfahrungen der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sind im Geschäftsbericht (Kapitel Aufsichtsrat) angegeben.
  • Seit 2021 werden 20% der langfristigen Vergütung (LTI) des Vorstands und der Führungskräfte mit den Nachhaltigkeitszielen des Konzerns verknüpft, einschließlich der Klimaschutzziele. Nachhaltigkeit einschließlich Klima ist zusätzlich ein fester Bestandteil der jährlichen variablen Vergütung.

 

Industry Association Climate Review


Wir setzen uns für eine Klimapolitik im Einklang mit unsern ambitionierten Klimazielen ein. Um hierbei größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, veröffentlicht Bayer die Industry Association Climate Review Climate Disclosure


Der Bericht stellt die klimapolitischen Positionen unserer Industrieverbände unseren eigenen Klimazielen gegenüber. Da unsere Industrieverbände uns in der öffentlichen Debatte vertreten, gilt es transparent zu machen, wo die Positionen übereinstimmen und wo sie voneinander abweichen. Im Falle von Abweichungen ermöglicht dies uns, Maßnahmen zu ergreifen um diese Lücken zu schließen.


Die Untersuchung von 2021 ist ein erster Schritt und bildet die Grundlage für das weitere Engagement von Bayer, sich über seine Mitgliedsverbände für eine wissenschaftlich fundierte Politik zur Bekämpfung des Klimawandels einzusetzen. Bei der Erstellung der Analyse haben wir mit Climate Action 100+ zusammengearbeitet, einer Initiative von Investoren, die mit den größten Unternehmen der Welt zum Thema Klimawandel zusammenarbeitet.

 

Klimaberichterstattung

  • Wir verpflichten uns zu einer transparenten Kommunikation über unsere Klimaziele, Fortschritte und Auswirkungen des Klimawandels auf Bayer
  • Durch unsere kontinuierliche Teilnahme bei CDP legen wir unsere klimabezogenen Aktivitäten und Fortschritten in einem hohen Detaillierungsgrad offen.
  • Wir verpflichten uns, die Empfehlungen der Taskforce für klimabezogene finanzielle Berichterstattung (TCFD) umzusetzen und den Rahmen als Leitfaden für die Offenlegung klimarelevanter Informationen zu verwenden. Wir verwenden zwei Szenarien für unsere quantitative Szenarioanalyse inkl. ein Szenario in Übereinstimmung mit dem Pariser Abkommen für unsere quantitative Szenarioanalyse (SSP1-2.6 und SSP3-7.0.) 

 

 

1 gesamte Scope 1-3 Emissionen. Scope 3 umfasst alle im GHG-Protokoll definierten Kategorien

2 Scope 1 und Scope 2 (marktbasiert) Emissionen der umweltrelevanten Standorte, dh solche mit einem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 1,5 Terajoule, einschließlich Emissionen aus der Fahrzeugflotte, die mehr als 95% unserer Emissionen abdecken

3 Scope 3 umfasst alle im GHG-Protokoll definierten Kategorien. Das SBTi-Ziel deckt die wesentlichen Kategorien ab, die 88% unseres gesamten Scope 3-Inventars ausmachen

4 Wissenschaftlich fundiertes Klimaziel, das dem Ziel des Pariser Abkommens entspricht, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius oder deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen