Welten auf unserer Haut: Das Mikrobiom-Universum liegt zum Greifen nah

Auf unserer Haut siedeln komplexe Kolonien von mikroskopisch kleinen Organismen. Die meisten von ihnen sind freundliche Mitbewohner. Manche sind absolut unverzichtbar. Was können wir von diesen quicklebendigen Ökosystemen lernen? Und können Dermatologen sie sinnvoll einsetzen?

 

Stellen Sie sich eine kleine, ruhige Stadt vor. Da sind zum einen die Einheimischen: Sie arbeiten, essen, lassen sich irgendwo nieder. Sie haben ihr Zuhause gefunden und sich daran angepasst. Manche sind Baumeister, andere sind Heiler, manche sind Dienstleister und bei anderen ... weiß man nicht so genau, was sie tun.

 

Und dann gibt es noch die Reisenden: Die meisten von ihnen sind harmlos, aber manche führen Übles im Schilde.

 

Die Welt der Mikroben auf der menschlichen Hautoberfläche ist so vielfältig wie jede Gemeinschaft. Die Mikroflora der Haut besteht aus über 1.000 Arten von Mikroorganismen. Dazu gehören verschiedene Arten von Bakterien, Pilzen und Viren. 

 

Als erste Linie der Immunabwehr kommt unsere Haut täglich in direkten Kontakt mit Tausenden von körperfremden Krankheitserregern wie infektiösen Viren oder schädlichen Bakterien. Doch die alteingesessenen Mikroben, die ein harmonisches Zusammenleben mit unserem Körper entwickelt haben, helfen, uns zu schützen.

 

Wissenschaftler von Bayer erforschen Wege, um diese natürlichen Heilkräfte zur Behandlung der Symptome von Ekzemen zu nutzen, an denen weltweit 15-20 Prozent aller Kinder und 1-3 Prozent der Erwachsenen leiden.

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Was ist ein Ekzem und wie können Mikroben dagegen helfen?

Die Wissenschaft hat mehrere Gründe gefunden, aus denen Ekzeme entstehen. Was wir wissen, ist Folgendes: 

 

Gesunde menschliche Körper produzieren ein Protein namens Filaggrin, das zum Aufbau einer Schutzbarriere auf unserer Haut beiträgt. Menschen, die an Ekzemen leiden, produzieren nicht ausreichend Filaggrin. Ohne diesen Schutz verliert die Haut Feuchtigkeit und ist anfälliger für schädliche Bakterien und Viren, die zu geröteten, juckenden, schuppigen Hautstellen führen können. Diese genetische Disposition setzt in Verbindung mit dem Kontakt mit schädlichen Umweltfaktoren wie etwa Verschmutzung und mit einer unausgewogenen Mikrobenflora einen Teufelskreis in Gang, der Ekzemschübe auslöst.

 

Juckende Haut, die zu Unbehagen führt, ist nicht nur dermatologisch ungesund, sondern sie kann auch unser mentales Wohlbefinden beeinträchtigen.

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Dr. Holger Lenz, Emerging Science & Innovation Director of Dermatology bei Bayer, erforscht spannendes dermatologisches Neuland wie Lichttherapie, digitale und personalisierte Gesundheitslösungen und nützliche Mikroben. Nach seiner Ansicht können die richtigen Mikroben eine Lösung für die Behandlung der Symptome von Ekzemen sein. 

 

Er arbeitet eng mit dem External Innovation & Partnering Team von Bayer zusammen, um im Bereich der Dermatologie Kooperationen zwischen Bayer und externen Partnern aufzubauen. Einer dieser Kooperationspartner ist Azitra, ein Biotech-Unternehmen, das medizinisch nützliche Bakterien untersucht und kultiviert.

Eine neuere Studie ergab, dass über ein Drittel der Menschen, die an Ekzemen litten, über Schlafstörungen berichteten.

Azitra hat bestimmte Stämme von Staphylococcus epidermidis identifiziert, einer Bakterienart, die die Abwehrkraft unserer Haut stärkt und die Dr. Lenz besonders interessant findet.

 

Dr. Lenz hat festgestellt, dass bestimmte Stämme dieses Bakteriums mit den richtigen Eigenschaften „Krankheitserreger wie Staphylococcus aureus bekämpfen können. Das verhindert Ekzemschübe und hilft der Hautbarriere, stark und gesund zu bleiben.“

 

Dieses Bakterium ist auf der Haut von gesunden Erwachsenen verbreitet anzutreffen, doch wie können wir seinen natürlichen, lebendigen Schutz zum Wohl von Ekzempatienten nutzen?

 

Dr. Lenz konzentriert sich darauf, neu entstehende Innovationen bei Bayer einzuführen, wo Stefanie Tang, Ph.D., Category R&D Director Medicated Skincare, sie für eine breite Personengruppe nutzbar macht. 

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Im speziellen Fall der Nutzung von Staphylococcus epidermidis für Ekzempatienten treibt Dr. Tang die Entwicklung von Salben voran, die die Lebensfähigkeit der Bakterien erhalten und damit das Wohlbefinden der Patienten verbessern. 

 

Sie betrachtet es als Ziel ihrer Arbeit, den Menschen ein zusätzliches Mittel für den Umgang mit Ekzemen an die Hand zu geben. 

 

„Ekzeme beeinträchtigen jedes Jahr das Leben von Millionen von Menschen. Und viele davon sind Kinder. Diese Lösungen können auf natürliche Weise Linderung bringen. Das ist etwas, worauf ich wirklich stolz bin.“ - Stefanie Tang, Ph.D., Category R&D Director Medicated Skincare bei Bayer. 

 

Nur ein Kratzen an der Oberfläche: Erforschung nützlicher Hautmikroben

Interesse an einer Partnerschaft mit uns? Hier erfahren Sie mehr:

Das Verstehen des Hautmikrobioms könnte mehr ermöglichen als natürliche Ekzembehandlungen. Studien deuten darauf hin, dass Hautmikroben auch zur Bekämpfung von Akne und Rosacea eingesetzt werden könnten. Bayers Partnerschaft mit Azitra soll helfen zu entdecken, wo das Potenzial liegt.

 

Die Welt der Mikroben ist eine Welt, die wir täglich mit uns herumtragen. Sie sind in unserer Umwelt, in unserem Darm und auf unserer Haut. Mit den Mitteln der modernen Wissenschaft können wir uns in ihre Welt hineinzoomen, das Mikrobiom-Universum erforschen und das, was wir finden, dazu nutzen, die Gesundheit und das Leben von Menschen zu verbessern. Da diese Wissenschaft noch in der Entwicklung steckt, weiß noch niemand, was wir als nächstes entdecken werden. Die nächste große Entdeckung könnte direkt vor unserer Nase liegen. Buchstäblich.