Warum Wir Schniefen: Kann die Wissenschaft Erklären, Warum die Nase Läuft?

Wenn wir erkältet sind, ist unser Gesicht gezeichnet von einer genialen Form der Verteidigung, auch wenn sie etwas lästig ist. Wenn die Nase einen Überschuss an Sekret produziert, ist das eigentlich ein Zeichen, dass das Immunsystem angesprungen ist. Doch was genau lässt die Nase laufen? Wie lässt sich Schnupfen wissenschaftlich erklären?

 

Atmen Sie tief durch die Nase ein. Was hören Sie? Ein klares, kurzes Rauschen? Oder ein feuchtes Knattern? Wenn die Nase frei ist, leistet Ihr Immunsystem gute Arbeit. Ist sie verstopft, arbeitet es noch härter.

 

Bevor unser Körper die Luft in die Lunge lässt, muss sie durch ein warmes, klebriges Filtersystem aus Haaren und Schleim – unsere Nase. Staubkörnchen, Viren und Bakterien bleiben so im Schleim und in den Haaren hängen und kommen erst gar nicht in die Lunge. Winzige Flimmerhärchen ganz hinten in der Nase transportieren dann diesen Schleim voller Krankheitserreger in Richtung Kehle, wo er heruntergeschluckt werden kann.

 

So funktioniert es zumindest, wenn Sie gesund sind.

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Die Flimmerhärchen leiten den erregerhaltigen Schleim von den gefährdeten Teilen des Atmungssystems weg.

 

Die häufigsten Symptome einer normalen Erkältung

Etwas aufregender wird es, wenn ein Virus die erste Verteidigungslinie des Immunsystems durchbrochen und unsere Zellen angegriffen hat. Dann verhält sich die Nase anders; kurz gesagt: sie läuft.

 

Einmal angestoßen tun bestimmte Botenstoffe, kleine Proteine, die man Zytokine nennt, genau das, was sie seit Millionen von Jahren tun. Sie rufen lautlos T- und B-Zellen auf den Plan, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Sie signalisieren auch den Drüsen in unserer Nasenschleimhaut, mehr Schnodder abzusondern, was weniger lautlos vonstatten geht. Das nennen Wissenschaftler Rhinorrhoe.

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Schleim wird von den Schleimhautdrüsen produziert, die die Atemwege umgeben.

 

Damit sollen jegliche weitere Krankheitserreger, die versuchen, uns zu infizieren, weggespült werden. Weitere häufige Symptome unserer Immunabwehr sind Fieber, das den Virus überhitzen soll, Husten und Niesen – beides Versuche, die Krankheitserreger mit Gewalt aus unseren Atemwegen heraus zu katapultieren. Doch diese Symptome können auch übermäßig lästig sein und sind nicht unbedingt notwendig.

 

Hemmen Medikamente gegen Schnupfen das Immunsystem?

Die Entzündungssymptome, die wir während einer Infektion spüren – und diese ganze Schnieferei – rauben dem wichtigeren mikroskopischen Kampf, der auf Zellebene stattfindet, wichtige Energie.

 

„Man muss sich nicht mit diesen Symptomen herumquälen. Das Immunsystem ist bereits angelaufen. Der Körper bekämpft die Infektion bereits“, erklärt Dr. Kizito Kyeremateng, Doktor der Pharmazie und Senior Medical Manager bei Bayer Consumer Health.

 

„Wenn die Nase läuft können Antihistaminika der ersten Generation Abhilfe schaffen. Sie sind aufgrund ihrer anticholinergen Eigenschaften in vielen Erkältungsmitteln enthalten“, erläutert er. „Anticholinerge Mittel können den Schnupfen austrocknen.“

 

Sie beeinträchtigen aber nicht die Fähigkeit des Körpers, das Virus zu bekämpfen, betont er. Sie lindern die Symptome, während unser Immunsystem auf geniale Weise auf die infizierten Zellen einwirkt.

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Mehr als 500 Millionen Nasen bekommen jedes Jahr die Symptome einer gewöhnlichen Erkältung zu spüren.

 

Das Immunsystem stärken

Wie wir gesehen haben, besteht die erste Verteidigungslinie unseres Immunsystems aus Proteinen, besonderen Zellen und den Oberflächen unseres Körpers, die mit der Außenwelt in Kontakt kommen – also beispielsweise unsere Nasenschleimhaut und unsere Haut. Dazu kommen noch die Mikroben, die auf diesen Oberflächen leben.

 

Die zweite und dritte Stufe unserer Immunabwehr sind nicht so leicht zu spüren und zu sehen. Dennoch ist es wichtig, dass wir sie nicht ignorieren. Denn auch hier können wir aktiv Unterstützung leisten. Eine angemessene Ernährung, Bewegung, gute Hygiene und die Förderung unseres mentalen Wohlbefindens sind gute Wege, um dem Immunsystem die nötigen Instrumente an die Hand zu geben – vor allem zu den Jahreszeiten, in denen Erkältungsviren grassieren.

 

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann ebenfalls dabei helfen, die Leistung des Immunsystems zu steigern und den Genesungsprozess zu unterstützen.

Mikronährstoffe, die die Immunabwehr unterstützen

  • Vitamin C — ein Antioxidans, das die Funktion und Bewegung eines breiten Spektrums an Immunzellen unterstützt
  • Vitamin A — hilft dabei, das Gewebe, das einen Großteil unserer Atemwege auskleidet, gesund zu halten
  • Zink — soll die Vermehrung von Viren in den Atemwegen eindämmen, der genaue Mechanismus ist allerdings nicht erforscht
  • Vitamin E — ein Antioxidans, das die Fähigkeit weißer Blutkörperchen (Lymphozyten), Viren wirksam zu bekämpfen, steigert

Wenn Sie also das nächste Mal schniefen müssen, wissen Sie, dass Ihr Körper wahrscheinlich dafür kämpft, sie zu schützen. Dennoch müssen Sie sich nicht mit diesen Symptomen quälen. Wir können einer laufenden Nase mit sorgfältig erprobten Arzneimitteln und den wissenschaftlichen Fakten zum Schnodder entgegenwirken.