Handhygiene in Coronazeiten: Unsere erste Barriere im Kampf gegen das Coronavirus schützen

Mund-Nasen-Schutzmasken, Abstand halten und regelmäßiges Händewaschen – seit über einem halben Jahr sind diese Schutzmaßnahmen fester Bestandteil unseres Alltags. Unsere erste Schutzbarriere vor den unerwünschten Coronaviren stellt unsere Haut dar – und die muss jetzt in der Übergangszeit besonders widerstandsfähig sein und daher mehr denn je unterstützt werden.

 

Aktuell schießen die Zahlen der neuen Corona-Infizierten wieder in die Höhe. Da sich die Viren über Tröpfcheninfektion verbreiten, können wir das Virus nur dann gemeinsam in den Griff bekommen, wenn alle aktiv mitmachen: Um eine Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden, halten wir Sicherheitsabstände zu anderen Personen, tragen Gesichtsmasken, um nicht im Falle einer unbemerkten Infektion selbst zum Virusverbreiter zu werden, lüften regelmäßig in geschlossenen Räumen und waschen bei jeder Gelegenheit unsere Hände. Vor allem für letzteres gibt es genaue Empfehlungen, nämlich mindestens 30 Sekunden lang und auch die Fingerzwischenräume sollten sorgfältig gereinigt werden.

 

Da sich jeder mehrfach am Tag unbewusst mit den Händen ins Gesicht fasst, ist gerade die Handhygiene besonders wichtig im Kampf gegen die Virus-Ausbreitung. Und damit auch der Schutz und die Pflege unserer wichtigsten Barriere zur Außenwelt, unserer Haut.

 

„Wir müssen darauf achten, dass unsere Haut trotz der intensiven und momentan auch sehr wichtigen Reinigungsmaßnahmen nicht austrocknet“, erklärt Dr. Mira Jakobs, Scientific Affairs Manager für Bepanthen bei Bayer am Standort Leverkusen. „Verliert die Haut zu viel Feuchtigkeit, kann sie ihrer Schutzfunktion nicht mehr in vollem Umfang gerecht werden. Zwar können wir uns über unsere Haut nicht mit dem Coronavirus infizieren, aber andere Krankheitserreger und Schadstoffe können dann leicht in den Körper eindringen.“  

 

Haut

Doch wie genau schützt uns häufiges Waschen vor Viren? „Gründliches Händewaschen senkt die Anzahl der Keime an den Händen auf bis zu ein Tausendstel. Damit verringert sich das Risiko, dass Erreger beispielsweise mit dem Essen in den Mund oder über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen oder an Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen weitergereicht werden“, klärt Marius Dörr, zuständig für dermatologische OTC Produkte bei Bayer, auf. „Und auch Seife spielt hier eine entscheidende Rolle: Sie ist ein Detergenz und kann dadurch zwischen fetthaltigen und wasserlöslichen Materialien eindringen. Da alle Bakterien und viele Viren von einer Zellmembran, also einer Doppelschicht aus Fettmolekülen umgeben sind, vermindert Seife die Integrität dieser Erreger und tötet sie ab.”

 

Doch nicht nur das sehr häufige Händewaschen beansprucht zurzeit unsere Haut. Sobald wir ein Geschäft oder Restaurant betreten, desinfizieren wir unsere Hände. Und viele wiederholen das Prozedere ein weiteres Mal, wenn sie wieder auf die Straße hinaustreten, denn schließlich wurden Einkaufswagen, Türgriffe und vor allem Plastikkarten und Geld berührt, an denen die Viren haften bleiben könnten.

 

In einer neuen Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro wurde aktuell nachgewiesen, dass Coronaviren unter Laborbedingungen bis zu 28 Tage auf glatten Oberflächen wie Glas, Edelstahl und Vinyl überleben können.1,2 Davon könnten beispielsweise Handydisplays und Bankautomaten, aber auch Kunststoff-Geldscheine, die beispielsweise in Kanada im Umlauf sind, betroffen sein. Auch andere Untersuchungen machten bereits im Vorfeld deutlich, dass das Virus beispielsweise auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen länger nachgewiesen werden. 

 

Da gerade Bank- und Fahrkartenautomaten sowie Selbstbedienungskassen in Supermärkten häufig Flächen vorweisen, die oft berührt und eventuell nicht regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, unterstreichen die wissenschaftlichen Erkenntnisse die Bedeutung der Handhygiene, insbesondere jetzt, da die Zahlen der Infizierten weltweit wieder ansteigen, auch wenn es für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, derzeit keine belastbaren Belege gibt. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden.3

 

Wahl des richtigen Desinfektionsmittels

Um die Haut nicht unnötig zu strapazieren, spielt die Wahl des richtigen Desinfektionsmittels eine entscheidende Rolle. „Wichtig ist, dass man bei den Produkten darauf achten sollte, ob sie für Flächen oder Hände geeignet sind. Die Mittel für Hände beinhalten meistens noch pflegende oder rückfettende Substanzen, um die Hautbarriere nicht zu stark zu beanspruchen“, empfiehlt Jakobs.

 

Außerdem ist nicht jedes Desinfektionsmittel gleich wirksam. Laut dem Robert-Koch-Institut weisen die Produkte eine nachgewiesene Wirksamkeit auf, die auf der Verpackung die Hinweise "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" aufführen.4

 

Obwohl die Haut beansprucht wird, darf das Händewaschen oder Desinfizieren gerade in Pandemiezeiten trotzdem nicht vernachlässigt werden. Umso wichtiger ist es daher, die Schutzfunktion der Haut zu erhalten und sie nicht austrocknen zu lassen. Und da hilft nur eins: Cremen, cremen, cremen.

Unsere Haut

 

Mit einer Gesamtoberfläche von 1,5 – 2 m2 ist die Haut das größte Organ des Menschen. Sie macht ca. 8–12 % des Körpergewichts aus und hat viele unterschiedliche Funktionen. Als abgrenzendes Organ zwischen Körper und Umwelt spielt vor allem die Schutzfunktion eine wichtige Rolle.

 

Unsere Haut besteht aus den folgenden drei Schichten: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Die Epidermis spielt vor allem für die Barrierefunktion der Haut eine wichtige Rolle. Sie besteht aus weiteren verschiedenen Schichten. In der untersten Schicht (Basalzellschicht) befinden sich die pigmentbildenden Zellen, die für die Farbe der Haut verantwortlich sind, und die epidermalen Stammzellen, die sich fortwährend teilen und neue Hautzellen bilden. 

 

Die neu gebildeten Zellen wandern von der Basalschicht in Richtung Hautoberfläche. Auf ihrem Weg finden verschiedene Umbau- und Differenzierungsprozesse in den Zellen statt. Sie werden flacher, stellen den Stoffwechsel ein und verhornen, bis sie sich schließlich als Hornzellen in die äußerste Schicht der Epidermis einfügen. Daher spricht man hier auch von der Hornschicht.

 

Zum Ende ihres Entwicklungszyklus lösen sich die verhornten Zellen an der Hautoberfläche und werden durch neue, nachkommende Zellen ersetzt. Auf diese Weise wird die Epidermis ständig erneuert.