Über die Pandemie hinaus

Big Data trifft Landwirtschaft: So schützen Landwirte Umwelt und Ernten

Die Pandemie beeinträchtigt uns in vielen Bereichen, aber sie treibt auch die Digitalisierung in der Wirtschaft und im Privaten voran. In der Landwirtschaft werden digitale Hilfsmittel schon seit Jahren flächendeckend eingesetzt – und ermöglichen eine nachhaltigere Zukunft mit mehr Schutz für Umwelt und Ernten.

 

Bereits seit einigen Jahren nutzen Landwirte in Deutschland digitale Hilfsmittel, um effizienter und nachhaltiger zu arbeiten. Heute sind die Einsatzmöglichkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben vielfältig: Drohnen und Satelliten helfen dabei, Boden, Pflanzen und Wetterdaten detailgenau zu analysieren. Automatisierte Traktoren und Erntemaschinen, ausgestattet mit Sensoren, fahren über Felder mit Mais, Raps, Kartoffeln oder Weizen. Nebenbei sammeln sie immer mehr Daten zur Pflanzengesundheit, Bodenzusammensetzung oder Topografie des Feldes. Was bisher noch selten passiert: diese Daten intelligent miteinander zu verknüpfen. 

Tilman Puls
Durch Kombination verschiedener digitaler Bausteine können Landwirte effizienter und transparenter arbeiten – und viel Zeit sparen.
Tilman Puls
,
Climate Field Product Specialist

Tilman arbeitet bei The Climate Corporation, einer Bayer-Tochter, und erklärt Landwirten innovative digitale Hilfsmittel, mit denen sie sichere Erträge einfahren und zugleich die Natur schonen können.

 

Diese Instrumente helfen nicht nur großen Betrieben, sondern auch Landwirten mit kleineren Flächen. „Um digitale Landwirtschaft zu betreiben, brauchen Landwirte nicht unbedingt die modernsten Maschinen oder Drohnen. Für den Anfang reicht auch ein Smartphone mit Internetverbindung,“ erklärt Tilman Puls. Über 90 Prozent der deutschen Landwirte nutzen bereits heute ihr Smartphone, um effizienter und nachhaltiger zu arbeiten.1

 

 

Digital wirtschaften heißt nachhaltiger wirtschaften

 

Da die Weltbevölkerung wächst und Klimawandel und Verstädterung die landwirtschaftlichen Nutzflächen begrenzen, müssen wir die Erträge auf bestehenden Flächen nachhaltig steigern, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln langfristig zu sichern. Das kann – neben dem Einsatz von innovativem Saatgut, Pflanzenschutz und nachhaltigen Anbaupraktiken – auch mithilfe der Digitalisierung gelingen. Weltweit nutzen Landwirte die größte digitale Plattform für Landwirtschaft, Climate FieldView von Bayer, heute schon auf einer Fläche von 55 Millionen Hektar. Das entspricht etwa der Gesamtfläche Frankreichs – Tendenz steigend.

Katharina Au arbeitet bei Bayer als Vertriebsleiterin für Saatgut / Climate FieldView in Deutschland und Österreich. Sie demonstriert Landwirten die Vorteile der digitalen Landwirtschaft, die zugleich die Ernte und die Umwelt schützt.

Wie erfolgreich die Bewirtschaftung einzelner Flächen ist, hängt auch von der Qualität und Heterogenität eines Standorts ab. Anstatt alle Felder gleich zu behandeln, bewirtschaften hier Landwirte bereits einzelne Flächen unterschiedlich entsprechend der teilflächenspezifischen Bedarfe – und können so deutlich wirtschaftlicher und nachhaltiger arbeiten. „Mit digitalen Hilfsmitteln erkennen wir größere Zusammenhänge. Drohnen können beispielsweise Pflanzenkrankheiten erfassen, bevor wir sie mit bloßem Auge sehen. Wenn wir den Bestand genau diagnostizieren, können wir auch Pflanzenschutz und Dünger je nach Bedarf präzise ausbringen. Der Landwirt kann gezielt bestimmte Abschnitte im Feld behandeln oder sogar einzelne Pflanzen zielgerichtet ernähren“, sagt Katharina Au, Vertriebsleiterin für Saatgut und Climate FieldView in Deutschland und Österreich. Wenn sie richtig eingesetzt werden, helfen digitale Instrumente und Daten nicht nur dabei, das Beste aus den Feldern herauszuholen, sondern auch, unsere Ressourcen effizient und nachhaltig einzusetzen und so das Klima zu schützen.

 

Katharina entwickelt bei Bayer gemeinsam mit Landwirten digitale Lösungen, die ertragreich und gleichzeitig umweltschonend sind.

Moderne Landwirte schützen das Klima und die Artenvielfalt

 

Dank der Digitalisierung hat die moderne Landwirtschaft einen enormen Hebel, die weltweiten Treibhausgas-Emissionen zu senken, den Anstieg der globalen Erwärmung zu bremsen und das Klima zu schützen.2 Zudem leistet sie einen Beitrag zu mehr biologischer Vielfalt – beispielsweise indem sie Flächen im Feld identifiziert, die historisch geringere Erträge bringen und so gut als Lerchenfenster oder Blühstreifen genutzt werden können.3 „Auf der einen Seite möchte die Gesellschaft eine vielfältige Auswahl an sicheren Lebensmitteln. Auf der anderen Seite eine umweltgerechte Landwirtschaft. Digitalisierung kann uns dabei helfen, diesen Zielkonflikt zu lösen, Landwirtschaft effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten – und die biologische Vielfalt zu erhalten,“ sagt Katharina Au.

Mit Hilfe digitaler Hilfsmittel können Bauern einzelne Pflanzen je nach Bedarf ernähren und schützen. So können sie durch weniger Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Wasser den Einfluss auf die Umwelt reduzieren.

Mit Innovationen den Herausforderungen der Zukunft begegnen

 

Auch für die nächsten Generationen wirkt sich die Digitalisierung positiv aus. Katharina Au ist sich sicher: „Digitalisierung hilft dem Landwirt, heute nachhaltiger zu agieren, um seinen Kindern in Zukunft einen besseren Hof zu übergeben. Um die Chancen der Digitalisierung praxisnah zu demonstrieren, plant Bayer weitere sogenannte ForwardFarms. In diesen Betrieben werden innovative und konkrete Maßnahmen für nachhaltige Landwirtschaft zusammen mit den Landwirten umgesetzt. Experten stellen in diesem Rahmen neue Technologien sowie Innovationen im Pflanzenschutz und bei Züchtungen vor. Ich kann mir vorstellen, dass wir durch Digitalisierung so weit kommen, dass der Landwirt nicht mehr Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutz bestellt, sondern ein unkrautloses Feld, krankheitsfreie Äcker oder ein Feld mit besonderer Artenvielfalt.“ Tilman Puls bestätigt das: „Mithilfe der Digitalisierung können wir ein nachhaltiges Geschäftsmodell bauen, das wirtschaftliches Arbeiten und gesellschaftliche Ziele zugleich berücksichtigt“.

Mithilfe von Drohnen, Sensoren und Software blickt der Landwirt heute ganz neu auf sein Maisfeld: Die Daten verraten ihm zum Beispiel, wo und wann der Mais wie viel Pflanzenschutz oder Wasser benötigt. Zudem erkennt der Landwirt ganz einfach, wie ertragreich seine Feldabschnitte sind.