Die verschiedenen Facetten der Familienplanung

Starke Frauen, Gesundheit für alle

In Zusammenarbeit mit The Challenge Initiative (TCI) sind wir stolz darauf, Geschichten zu veröffentlichen, die die positiven Auswirkungen der Familienplanung auf Frauen in Ländern mit niedrigem Einkommensniveau in aller Welt veranschaulichen. Die monatlich erscheinenden Artikel sollen die Perspektiven dieser Frauen und ihrer Gemeinden einfangen, die von den Bemühungen der Initiative und von den engagierten Personen profitieren, die sich dafür einsetzen, dass Frauen Zugang zur Familienplanung erhalten.

WhatsApp? WhatsApp! – Familienplanung wird digital

Wie oft haben Sie heute schon durch Ihre Social-Media-Profile gescrollt?

 

In den letzten Jahren hat sich die Rolle und die Reichweite von sozialen Netzwerken – wie Facebook, WhatsApp, Instagram und Telegram – global ausgeweitet. Die Nutzer melden sich an, um sich mit Freunden und Familie auszutauschen, neue Modetrends zu entdecken und das Leben ihrer Lieblings-Influencer zu verfolgen. In einigen Teilen der Welt dienen soziale Medien jedoch nicht nur der Unterhaltung, sondern sie dienen auch als Informationsgrundlage – in Form von Foren, in denen sich die Nutzer aktiv beteiligen können. Dieser Austausch kann sogar zu einem verantwortungsbewussteren Lebensstil beitragen.

 

Fatimata Sow, Communications and Programs Manager für IntraHealth International (TCIs französischsprachiger Hub-Partner in Westafrika), stellt fest, dass diese modernen, interaktiven Plattformen lokalen Mitarbeitern im Gesundheitswesen neue und einfache Möglichkeiten bieten, Nachrichten auszutauschen und Gespräche rund um sexuelle Gesundheit und Familienplanung zu führen.
 

Fatimata Sow, Communications and Programs Manager for IntraHealth International
Selbst in ländlichen Gebieten nutzen die Menschen (Social Media) und wir haben gesehen, wie diese neuen Technologien ganze Dörfer informieren und inspirieren können. Jetzt geht es darum, sicherzustellen, dass die richtigen Informationen die richtigen Menschen auf diesen Kanälen erreichen und wie wir diese Reichweite nutzen können, um ihr Leben zu verbessern.
Fatimata Sow
,
Communications and Programs Manager für IntraHealth International

Die Welt wird immer digitaler und Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau sind zunehmend offen für die Entdeckung neuer Möglichkeiten durch Technologie. Bemerkenswerterweise überspringen viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau ältere und weniger effiziente Technologien (wie Mobiltelefone) zugunsten innovativerer Technologien (wie Smartphones).


Während moderne Kommunikationskanäle auch besondere Herausforderungen mit sich bringen (insbesondere die korrekte Informationsweitergabe), bieten sie auch die Möglichkeit, Gespräche über Familienplanung zu enttabuisieren. Das birgt gerade für Organisationen, wie TCI, grenzenloses Potenzial, da sie sich dem Zugang zu und der Bereitstellung von hochwertigen Familienplanungsservices für breitere Bevölkerungsschichten verschrieben haben.

Njeri Mbugua, Communications and Knowledge Management Leader for TCI East Africa
Gespräche über sexuelle und reproduktive Gesundheit waren früher die Aufgabe des medizinischen Personals. Jetzt können sich Communities digital und sozial zusammenschließen, um neue Konversationen zu beginnen und weitere Nutzer ermutigen, mehr über das Thema zu erfahren.
Njeri Mbugua
,
Leiterin Kommunikation und Wissensmanagement für TCI Ostafrika

Sensibilisierung durch Zugang

Wie Njeri und ihr Team nur zu gut wissen, kann sich der Zugang zu digitalen Diensten als schwieriger erweisen als der Zugang zu den Informationen selbst - insbesondere in ländlichen Gebieten. Njeri betont, wie wichtig es ist, finanzielle Barrieren für den Zugang zu Technologien in ganz Ostafrika abzubauen – dazu gehört die Ausweitung von Internetdiensten, damit medizinisches Personal die Bevölkerung auf Websites von Gesundheitseinrichtungen verweisen sowie auf Kontaktstellen und Dienste aufmerksam machen können, die ihnen helfen, den besten Anbieter für ihre Bedürfnisse zu finden.

Datengestützte Diskussionen in Gang setzen

In Indien erkannte PSI Senior Knowledge Management Spezialistin Deepti Mathur schnell, dass Kommunen und öffentliche Gesundheitssysteme ihre Strategien an bewährten Lösungen ausrichten, statt sich anzupassen. Doch wenn die Möglichkeiten, die digitale Plattformen bieten, jetzt nicht genutzt werden, fragte sie sich, wie sollen sie Frauen und Mädchen in Not helfen?


Um die Bedürfnisse der Gemeinschaft besser zu verstehen und zu bedienen, hat TCI lokalisierte Apps entwickelt, die lokale Gesundheitsinformationen zusammenfassen, Muster der Nutzer erkennen und den Akteuren des Gesundheitswesens Orientierung bieten. Akkreditierte „Social Health Activists“ (ASHAs) reagieren, indem sie die gesammelten Informationen nach Alter und Anzahl der Kinder einer Frau filtern und so bessere Pläne erstellen können, um sie gezielter anzusprechen und geeignete Einrichtungen zu empfehlen.

Erfahrungen über WhatsApp teilen

WhatsApp TCI Nairobi

Themen wie die sexuelle Gesundheit, die lange als Tabu galten, finden in digitalen Foren und globalen Netzwerken neues Leben. „Insbesondere Foren sind zu Zufluchtsorten für junge Mädchen geworden, die nach der Heirat den Anschluss an ihr Unterstützernetzwerk verloren haben“, beobachtete Deepti.

 

Der rote Faden ist WhatsApp. Diese weltweit genutzte Messaging-App ermöglicht den sicheren Informationsaustausch zwischen Bevölkerungen, Gesundheitsdienstleistern, lokalen Gesundheitsmanagement-Teams und Regierungsvertretern. Neben der Bereitstellung von Links und herunterladbaren Ressourcen bieten lokale WhatsApp-Chat-Gruppen Coaching für die Familienplanung, Fragen und Antworten und sogar grundlegende Telegesundheitsdienste. Dabei fungieren die Leiter dieser WhatsApp-Gruppen oft als vertrauenswürdige und seriöse Quellen für sexuelle Gesundheit.

 

„Unter den städtischen Gesundheitsmanagement-Teams in Ostafrika dienen die WhatsApp-Gruppen fast als eine Art Ansporn", fügte Njeri hinzu. „Gemeinden schauen sich an, wie naheliegende Städte agieren, und interessieren sich nicht nur dafür, selbst eine ähnliche Gruppe zu gründen, sondern auch etwas Einzigartiges und Besseres anzubieten."
 

Eine digitale Zukunft

Fatimata ist insbesondere der Ansicht, dass „die Technologie in alle hochwirksamen Maßnahmen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit integriert werden muss, um zu definieren, was richtig und notwendig ist, und um die Art und Weise, wie wir Dinge tun, zum Besseren zu verändern."

 

Auch wenn immer neue Plattformen und Foren für den Dialog entstehen, erweisen sich digitale und soziale Medien bereits als Treiber von Veränderung, die Bewusstsein schaffen und Unterstützung sowie Begeisterung für die Familienplanung generieren.

Von der Jugend, für die Jugend: Wie junge Menschen die globale Diskussion über reproduktive Gesundheit neu gestalten

Für manche junge Erwachsene ist es angenehmer, persönliche Gespräche mit Gleichaltrigen zu führen, die ihre Situation nachvollziehen können. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und ihren Gemeinden zu helfen, übernimmt eine engagierte und aufstrebende Generation von Jugendbotschaftern Verantwortung und definiert die globale Familienplanung neu.


In unserem nächsten Feature werden wir uns die neuen Ansätze, die diese jungen Menschen verfolgen, genauer anschauen und auch einige dieser aufstrebenden Persönlichkeiten und ihr Wirken vorstellen.