Bayer-Statement zur Ukraine

Bayer headquarters peace symbol

Mehrere Wochen sind seit der Invasion Russlands in die Ukraine vergangen. Wir haben diese brutale Aggression gegen ein souveränes Land von Anfang an aufs Schärfste verurteilt. Es schmerzt uns zutiefst, die Verwüstung und den Tod unschuldiger Zivilisten, darunter Kinder, zu sehen. Tausende wurden getötet oder verwundet, Millionen fliehen aus dem Land, und die humanitäre Lage derjenigen, die bleiben, verschlechtert sich stündlich. Wir stehen den Menschen in der Ukraine zur Seite, die voll und ganz auf unsere Solidarität und Unterstützung zählen können.

Angriffe wie diese erfordern eine sehr klare Haltung. Und wir haben unsere Haltung sehr klar kommuniziert. Dies bedeutet konkret:

Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen und Hilfe für die Menschen in der Ukraine

Wir priorisieren weiterhin die Sicherheit unserer 700 Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und werden ihnen und ihren Familien weiterhin finanzielle Hilfe, Unterkünfte und Evakuierungshilfe bieten. Als Reaktion auf die humanitäre Krise hat Bayer bislang insgesamt 5,4 Millionen Euro gespendet. Dazu zählt die Einrichtung eines Katastrophenhilfefonds in Höhe von 3 Millionen Euro und zahlreiche Produktspenden im Wert von 2,4 Millionen Euro, darunter die Bereitstellung von Gesundheitsprodukten wie Antibiotika, um bis zu 30.000 ukrainischen Patientinnen und Patienten zu helfen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weiterhin überaus engagiert – bisher haben sie mehr als 1 Million EUR im Rahmen einer Hilfsaktion des Roten Kreuzes gespendet. Das Unternehmen wird diesen Betrag verdoppeln.

 

Darüber hinaus haben Bayer-Kolleginnen und Kollegen eine Plattform eingerichtet, auf der Kolleginnen und Kollegen aus der Ukraine und ihren Familien eine temporäre Unterkunft angeboten werden kann. Außerdem organisieren Landesorganisationen und mitarbeitergeführte Initiativen lokale Freiwilligenkampagnen. Ein Beispiel ist der Einsatz des Teams der Bayer Gastronomie, die das Seminar- & Tagungshotel Große Ledder in Wermelskirchen in der Nähe des Bayer-Headquarters in Leverkusen zur Notunterkunft umfunktioniert und bereitgestellt hat. Dort finden 30 Ukrainerinnen und Ukrainern vorübergehend ein Zuhause. Ehrenamtliche Bayer-Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Flüchtenden und helfen bei administrativen Belangen.

 

Unser Saatgut und unsere landwirtschaftlichen Betriebsmittel stehen Landwirten in der Ukraine für die Saison zur Aussat bereit. Und wir hoffen, dass die ukrainischen Landwirte ihre Ernte für 2022 sichern können. Zusätzlich zu dem Saatgut, das das ukrainische Team weiterhin an Landwirte liefert, hat Bayer mehr als 40.000 Säcke mit Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln auf fast 30.000 Hektar gespendet. Das Saatgut unterstützt 1.250 Kleinbauern in der Ukraine, die Schwierigkeiten haben, in diesem Jahr Zugang zu Saatgut zu bekommen.

Einstellung aller nicht-essenziellen Geschäfte in Russland und Weißrussland während wir gleichzeitig weiterhin den Zugang zu Gesundheits- und landwirtschaftlichen Produkten sicherstellen

Als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine hat Bayer alle Ausgaben in Russland und Weißrussland eingestellt, die nicht mit der Bereitstellung unverzichtbarer Produkte in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft zusammenhängen. Das beinhaltet

 

  • die Aussetzung aller Werbung und sonstigen Werbemaßnahmen.
  • den Stopp von Investitionsprojekten auf unbestimmte Zeit.
  • keine neuen Geschäftsmöglichkeiten zu verfolgen.

Wir sind uns der Stimmen bewusst, die einen vollständigen Lieferstopp für alle unsere Produkte nach Russland und Weißrussland fordern. Wir verstehen diese Bedenken, da der Krieg moralische und ethische Fragen für jedes Unternehmen aufwirft.

 

Unsere Position ist, dass dieser sinnlose Krieg bereits viele Menschenleben gekostet hat. Als Life-Science-Unternehmen haben wir eine ethische Verpflichtung – in jedem Land, in dem wir tätig sind. Der Zivilbevölkerung wesentliche Gesundheits- und Landwirtschaftsprodukte vorzuenthalten – wie zur Behandlung von Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gesundheitsprodukte für Schwangere und Kinder sowie Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln – würde die Zahl an Menschenleben, die dieser Krieg fordert, nur vervielfachen.

In einer kürzlich abgegebenen Erklärung zur Invasion in der Ukraine haben die G7-Landwirtschaftsminister deutlich gemacht, dass jeder Anstieg der Lebensmittelpreise und die Volatilität auf den internationalen Märkten die Ernährungssicherheit und Ernährung auf globaler Ebene gefährden könnte und insbesondere die Schwächsten treffen würde. Indem wir Landwirte auf der ganzen Welt beliefern, möchten wir zum Schutz der Lebensmittelversorgungsketten vor weiteren Unterbrechungen beitragen und dabei helfen, eine möglicherweise beispiellose Ernährungskrise zu verhindern.

 

Für die Anbausaison 2022 haben wir Landwirten in Russland bereits essenzielle landwirtschaftliche Betriebsmittel bereitgestellt, um den zusätzlichen Druck auf das globale Ernährungssystem zu verringern. Dennoch werden wir die politische Lage genau beobachten und zu einem späteren Zeitpunkt über Lieferungen für 2023 und darüber hinaus entscheiden, je nachdem, ob Russland seine durch nichts zu rechtfertigenden Angriffe auf die Ukraine beendet und zu einem Weg der internationalen Diplomatie und des Friedens zurückkehrt.

 

Dies sind schwierige Zeiten, die uns sowohl emotional als auch ethisch auf die Probe stellen. Wir bei Bayer werden alles in unserer Macht Stehende tun, um unserer Verantwortung gerecht zu werden und das Leid zu verringern, das dieser schreckliche Krieg verursacht. Das erfordert unsere Vision „Health for all, Hunger for none“.

 

Die Situation bleibt volatil, und wir beobachten die Entwicklungen weiterhin und werden unsere Reaktion nach Bedarf weiterentwickeln oder anpassen. Dabei stehen wir an der Seite all jener, die ein sofortiges Ende dieses Krieges fordern, und wir hoffen und beten dafür, dass der Frieden in die Ukraine – und unsere Welt – zurückkehrt.