Bayer-Statement zur Ukraine

Bayer headquarters peace symbol

Mehrere Monate sind seit der Invasion Russlands in die Ukraine vergangen. Wir haben diese brutale Aggression gegen ein souveränes Land von Anfang an aufs Schärfste verurteilt. Es schmerzt uns zutiefst, die Verwüstung und den Tod unschuldiger Zivilisten, darunter Kinder, zu sehen. Wir stehen den Menschen in der Ukraine zur Seite, die voll und ganz auf unsere Solidarität und Unterstützung zählen können.

Angriffe wie diese erfordern eine sehr klare Haltung. Und wir haben unsere Haltung sehr klar kommuniziert. Dies bedeutet konkret:

Unterstützung der Menschen und Wiederaufbaupläne in der Ukraine

Bayer setzt sich voll und ganz für die Zukunft der Ukraine ein, indem das Unternehmen in das Land investiert und den Wiederaufbauplan „United 24“ von Präsident Zelensky unterstützt. Unser Ziel ist es, im nächsten Jahrzehnt weiterhin erhebliche Investitionen im Land zu tätigen – hauptsächlich, um die ukrainische Landwirtschaft wieder aufzubauen. Dies wird sich auch positiv auf die globale Ernährungssicherheit auswirken, indem den ukrainischen Landwirten ermöglicht wird, ihre Produkte anzubauen und zu ernten.


Um die Nachfrage nach Maissaatgut in der Ukraine und darüber hinaus zu decken, wird Bayer zunächst ab 2022 mehr als 30 Millionen Euro in die Saatgutanlage Pochuiky investieren. Diese Investition beinhaltet die Kapazität unserer Saatguttrockner zu erhöhen, zusätzliche Ausrüstung für Felder, weitere Lagermöglichkeiten und neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region. 


Darüber hinaus unterstützt Bayer die humanitäre Non-Profit-Organisation FSD (Fondation suisse de déminage) bei ihrer Mission, Land zu entminen, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine durch Minen und Sprengkörper kontaminiert wurde. Eine Spende in Höhe von 825.000 Euro wird für den Kauf einer großen mechanischen Minenräummaschine verwendet. Die Maschine ist in der Lage, große Flächen wie Ackerland zu bearbeiten und wird es Landwirten ermöglichen, Lebensmittel sicher anzubauen.


Bayer unterstützt die Ukraine auch weiterhin in den Bereichen Gesundheit, Bildung und humanitäre Hilfe. Wir haben bislang insgesamt über 10 Millionen Euro gespendet. Darin enthalten sind die Einrichtung eines Katastrophenhilfefonds sowie Produktspenden, darunter Antibiotika und Krebsmedikamente. Wir werden außerdem den Wiederaufbau von ukrainischen Krankenhäusern und der Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitswesens unterstützen.


Im Rahmen dieser Bemühungen haben wir 1,3 Millionen Euro an die Spendenplattform UNITED24 gespendet. Der Betrag wird in gleichen Teilen auf zwei Projekte aufgeteilt. Mit der Finanzhilfe von Bayer kann die Infrastruktur für den Betrieb des Chernihiv Medical Center of Modern Oncology erneuert werden. Außerdem wird dem Romodanov Neurosurgery Institute dabei geholfen, medizinische Geräte für neurochirurgische Eingriffe zu beschaffen und die vollständige Rehabilitation von Patientinnen und Patienten zu unterstützen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mehr als 1 Million Euro im Rahmen einer Hilfsaktion des Roten Kreuzes gespendet. Bayer hat den Betrag verdoppelt. Dadurch wird die Beschaffung mehrerer Krankenwagen und Defibrillatoren für die Ukraine sowie die Einrichtung eines mobilen medizinischen Hilfszentrums für ukrainische Flüchtende in Polen unterstützt.
 

Zusätzlich zu dem Saatgut und den landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, die das ukrainische Team weiterhin an Landwirte geliefert hat und liefert, hat Bayer mehr als 40.000 Säcke mit Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln auf fast 30.000 Hektar gespendet. Das Saatgut unterstützt 1.250 Kleinbauern in der Ukraine, die Schwierigkeiten haben, in diesem Jahr Zugang zu Saatgut zu bekommen.


Wir priorisieren weiterhin die Sicherheit unserer 700 Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und werden sie weiterhin unterstützen. 


Darüber hinaus organisieren Landesorganisationen und mitarbeitergeführte Initiativen lokale Freiwilligenkampagnen. Ein Beispiel ist der Einsatz des Teams der Bayer Gastronomie, die das Seminar- & Tagungshotel Große Ledder in Wermelskirchen in der Nähe des Bayer-Headquarters in Leverkusen zur Notunterkunft umfunktioniert und bereitgestellt hat. Dort finden 30 Ukrainerinnen und Ukrainern vorübergehend ein Zuhause. Ehrenamtliche Bayer-Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Flüchtenden und helfen bei administrativen Belangen.
 

Einstellung aller nicht-essenziellen Geschäfte in Russland und Belarus während wir gleichzeitig weiterhin den Zugang zu Gesundheits- und landwirtschaftlichen Produkten sicherstellen

Als direkte Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine im Februar hat Bayer alle Ausgaben in Russland und Belarus eingestellt, die nicht mit der Bereitstellung unverzichtbarer Produkte in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft zusammenhängen. Das heißt, wir haben

 

  • die Lieferung von nicht-essenziellen Produkten gestoppt
  • alle Werbung und sonstigen Werbemaßnahmen ausgesetzt
  • Investitionsprojekte auf unbestimmte Zeit eingestellt
  • und verfolgen keine neuen Geschäftsmöglichkeiten in diesen Ländern.

Wir sind uns der Stimmen bewusst, die einen vollständigen Lieferstopp für alle unsere Produkte nach Russland und Belarus fordern. Wir verstehen diese Bedenken, da der Krieg moralische und ethische Fragen für jedes Unternehmen aufwirft.

 

Unsere Position ist klar: Dieser von Russland initiierte Krieg kostet jeden Tag zu viele Menschenleben. Als Life-Science-Unternehmen haben wir eine ethische Verpflichtung – in jedem Land, in dem wir tätig sind. Der Zivilbevölkerung wesentliche Gesundheits- und Landwirtschaftsprodukte vorzuenthalten – wie zur Behandlung von Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gesundheitsprodukte für Schwangere und Kinder sowie Saatgut für den Anbau von Nahrungsmitteln – würde die Zahl an Menschenleben, die dieser Krieg fordert, nur vervielfachen.

Bayer setzt sich voll und ganz dafür ein, eine möglicherweise beispiellose Ernährungskrise zu verhindern. Wir teilen die Ansicht der Vereinten Nationen (UN), dass der weltweite Zugang zu ukrainischen Nahrungsmitteln sowie russischen Nahrungs- und Düngemitteln unerlässlich ist, um den Druck auf das globale Ernährungssystem zu verringern. Im Einklang damit haben wir entschieden, russische Landwirte weiterhin mit essenziellen landwirtschaftlichen Produkten zu beliefern, um sicherzustellen, dass sie dazu beitragen können, die globale Nachfrage zu bedienen. Gleichzeitig hoffen wir, dass die russische Regierung weiterhin den freien Warenverkehr mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen sicherstellt und Nahrung nie wieder benutzt wird, um die Welt unter Druck zu setzen. 
 

Durch unseren Einsatz handeln wir im Sinne der UN, der G7 und der Europäischen Union, die dazu aufrufen, die globale Nahrungsmittelversorgung und den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu sicherzustellen. 


Dies sind schwierige Zeiten, die uns sowohl emotional als auch ethisch auf die Probe stellen. Wir bei Bayer werden alles in unserer Macht Stehende tun, um unserer Verantwortung gerecht zu werden und das Leid zu verringern, das dieser schreckliche Krieg verursacht. Das erfordert unsere Vision „Health for all, Hunger for none“. 


Die Situation bleibt volatil, und wir beobachten die Entwicklungen weiterhin und werden unsere Reaktion nach Bedarf weiterentwickeln oder anpassen. Dabei stehen wir an der Seite all jener, die ein sofortiges Ende dieses Krieges fordern, und wir hoffen und beten dafür, dass der Frieden in die Ukraine – und unsere Welt – zurückkehrt.