Aino Försti-Smith: Wie ich Veränderungen erreichen will

In diesem Blogeintrag erzählt Aino Försti-Smith, die in Finnland für Bayer arbeitet, von einem Schlüsselerlebnis, das sie selbst und ihre Arbeit nachhaltig verändert hat. Heute setzt sie sich – auch durch ihre Arbeit bei Bayer und in ihrer Rolle als Vorständin von UN Women in Finnland – dafür ein, dass Frauen und Mädchen ihr volles Potenzial entfalten können. Aino möchte im Leben anderer etwas bewirken und glaubt fest an den Dominoeffekt.

Alles begann 2016: Ich organisierte eine internationale Presseveranstaltung in Finnland zu Innovationen im Bereich der Verhütung. Wir hatten Journalisten aus aller Welt eingeladen, darunter auch Reporter aus Afrika, die von meiner kenianischen Kollegin Helen Mwathi begleitet wurden. Auf der Veranstaltung sprach Helen mit mir über ihre Arbeit mit Frauen in Afrika und sagte: „Weißt Du, Aino, wenn ich morgens aufwache, bin ich sehr glücklich – weil, ich im Leben anderer etwas bewirken kann.“ Diese Worte gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Mir war sofort klar, dass ich auch so jemand sein wollte. Ich wollte etwas bewirken.

 

Helen wurde zu einer Art Mentorin für mich. Ich bewunderte ihren unermüdlichen Willen. Im darauffolgenden Jahr vereinbarten wir, dass ich einige finnische Journalisten nach Kenia bringen würde, damit sie sich über das „Implant Access Program“ von Bayer und die Bedeutung von Verhütung informieren könnten. Diese Reise nach Kenia hat mir regelrecht die Augen geöffnet. Mir wurde plötzlich klar, dass der Zugang zu Verhütungsmitteln, den ich immer für selbstverständlich gehalten hatte, entscheidend für das Leben und die Zukunft einer afrikanischen Frau sein kann.

 

Ich verstand, dass der Zugang zu Verhütungsmitteln nicht nur einzelnen Frauen, sondern auch ganzen Gemeinschaften ermöglicht, einen Weg aus der Armut zu finden. Wenn man das einmal begriffen hat, gibt es kein Zurück mehr. Indem wir Frauen das Wissen über Verhütung vermitteln und den Zugang zu Diensten im Bereich der Familienplanung verbessern, ermöglichen wir ihnen, fundierte Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen, die Schule zu besuchen, einer Ausbildung und Arbeit nachzugehen und über den Zeitpunkt und die Größe ihrer Familie zu bestimmen. Diese Entscheidungsfreiheit ist die Grundlage für mehr Gleichberechtigung und Wohlstand für alle.

 

Nachdem mir das alles klar wurde, wusste ich auch schnell, dass ich die nötige Leidenschaft und die nötigen Fähigkeiten mitbringe, um selbst etwas zu verändern. Seitdem habe ich aktiv nach Möglichkeiten gesucht, mich in Initiativen einzubringen, die sich für die Rechte, der Gesundheit und der Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen einsetzen.

 

Nach meiner Reise nach Kenia trat ich einer gemeinnützigen Organisation bei, die 100.000 Euro sammelte, um Mädchen in Malawi Bildungschancen zu eröffnen. Außerdem setzte ich meine Zusammenarbeit mit Helen fort und wir konnten ein Projekt zur Menstruationsgesundheit umsetzen. Helen und ihre Kollegen verteilten bereits seit einigen Jahren kostenlose Binden an Mädchen einer örtlichen Schule, damit sie trotz Monatsblutung zur Schule gehen und sich auf den Unterricht konzentrieren konnten. Ich fragte Helen damals, ob sie schon einmal von Menstruationstassen gehört habe. Im Vergleich zu Binden sind diese nachhaltiger und können bis zu zehn Jahre lang genutzt werden. Schließlich flog ich mit einem Koffer voller Menstruationstassen nach Nairobi, verteilte sie mit Helen und anderen Helfern an die Mädchen und leistete Aufklärungsarbeit – alles mit finanzieller Unterstützung von Bayer. [Einen Artikel dazu finden Sie hier].

 

Ich bin sehr glücklich, für ein Unternehmen zu arbeiten, das meine Einstellung teilt und sich langfristig für die Gesundheit von Frauen und für Nachhaltigkeit einsetzt. Es war eine überwältigende Erfahrung vor Ort zu sehen, was man erreichen kann, wenn ein großes Unternehmen wie Bayer Nachhaltigkeit zum Kern seiner Strategie und seines Geschäfts macht.

 

Die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich vor Augen geführt, dass wir alle im selben Boot sitzen – Frauen, Männer, Menschen jeglicher Geschlechtsidentität, einfach alle. Wir alle sind gefordert, wenn es darum geht, eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Auch Unternehmen – unsere Arbeitgeber – sind gefragt, wenn wir positive Veränderungen erreichen wollen. Indem die Unternehmensstrukturen die Geschlechtervielfalt und ethnische Vielfalt der Weltbevölkerung widerspiegeln, tragen sie maßgeblich zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion bei. Davon profitieren am Ende alle, auch die Unternehmen.

 

Natürlich gibt es viele weitere Herausforderungen und manchmal fühle ich mich von ihren Dimensionen überfordert. Obwohl bei den Frauenrechten schon sehr viel erreicht wurde, gibt es traurigerweise noch kein einziges Land weltweit, das völlige Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht hat. Finnland, mein Herkunftsland, gilt als Vorreiter in Sachen Gleichstellung, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Ich bin kürzlich Mitglied des Vorstands der UN Women in Finnland geworden. Das hat mir noch umfassendere Einblicke in bestehende Ungleichheiten und Herausforderungen ermöglicht, denen Frauen rund um den Globus gegenüberstehen.

 

Mir ist bewusst, dass ich nicht die ganze Welt verändern kann. Aber ich habe von Helen gelernt, dass ich schon etwas bewirke, wenn ich einen positiven Einfluss auf das Leben einer einzelnen Person habe. Was auf individueller Ebene passiert, summiert sich weltweit und im Laufe der Zeit. Jeder kann etwas bewirken, egal wie groß oder wie klein es ist. Wir müssen nur den ersten Schritt dahin machen.


In diesem Sinne: What do you #ChooseToChallenge? Was möchtest Du verändern – bei der Arbeit oder privat?

Über Aino Försti-Smith:

Aino
Aino Försti-Smith, Communications
and Public Affairs Manager

 

Aino arbeitet seit 2011 bei Bayer im Bereich Frauengesundheit als Communications & Public Affairs Manager. Sie setzt sich mit Leidenschaft für die Rechte von Frauen und mehr Chancen für Frauen ein und wurde in Finnland dieses Jahr zum Vorstandsmitglied von „UN Women“ gewählt. Als Mutter zweier Söhne im Teenageralter glaubt sie fest an die jüngeren Generationen, um eine gerechte und nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Seit Januar 2021 durchläuft Aino ein Short-Term Assignment in Kenia, derzeit noch virtuell aufgrund der Corona-Pandemie. Sie ist glücklich über die Möglichkeiten, Initiativen, die ihr am Herzen liegen, voranzutreiben. Und sie ist dankbar für die starken Frauen in ihrem Leben, die sie geprägt haben, nicht zuletzt ihre Mutter und ihre Großmutter.


Unsere Vision „Health for All, Hunger for None“: 

Nach Angaben der Vereinten Nationen wird die Gleichberechtigung der Geschlechter ein entscheidender Faktor für die künftige wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Welt sein. Wir bei Bayer wollen die Rolle der Frau stärken und unsere Bemühungen in der modernen Familienplanung vertiefen. Bis 2030 wollen wir 100 Millionen Frauen in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommensniveau Zugang zu moderner Empfängnisverhütung verschaffen.  


Mehr Gleichberechtigung kann uns auch im Kampf gegen den Hunger in der Welt unterstützen: Landwirtinnen produzieren in Ländern mit niedrigem Einkommen zwischen 60 und 80 Prozent der Nahrungsmittel, häufig auf weniger als zwei Hektar. Sie bewirtschaften ihre Felder genauso fähig und effizient wie Männer, haben aber weniger Zugang zu Ressourcen wie Kapital, Aus- und Fortbildung, Geräten und Technologie. Daher produzieren sie auf derselben Fläche weniger Nahrungsmittel. Wenn wir diese Lücke schließen, könnten weibliche Kleinbauern 20 bis 30 Prozent mehr Nahrung auf gleicher Ackerfläche produzieren. Was das für den Hunger, die Gesundheit und ihr Einkommen bedeuten würde, ist offensichtlich.