Bessere Gesundheit

Klimawandel und Gesundheit: Im Wettrennen gegen den Dominoeffekt

Der globale Klimawandel lässt den Meeresspiegel gefährlich ansteigen, das Wetter wird immer unberechenbarer, die Umweltzerstörung nimmt zu und auch die Gesundheit der Menschen leidet zusehends darunter. Um diese Krise einzudämmen, braucht es beherzte Initiativen und ein besseres Verständnis der wechselseitigen Einflüsse, die hier am Werk sind.

How Does Climate Change Wreak Havoc on Our Health?

Extreme Hitzewellen, schmelzende Gletscher, ausgedehnte Dürreperioden, verheerende Waldbrände und steigende Kohlendioxidwerte sind nur einige der gravierenden Begleiterscheinungen eines Planeten in Not. In einem so großen und verflochtenen Ökosystem wie dem der Erde, in dem Menschen, Tiere, Pflanzen und das Wetter gemeinsam die Lebensgrundlage bilden und erhalten, löst jede radikale Veränderung des Klimas einen Dominoeffekt aus, der keine Lebensform verschont. Dieser Zusammenhang ist inzwischen bestens bekannt.
 

In den letzten 20 Jahren hat die Erderwärmung zur Zunahme zahlreicher Gesundheitsprobleme geführt – insbesondere bei älteren Menschen, ethnischen Minderheiten und in Armut lebenden Bevölkerungsgruppen.1 


So kommt es zum Beispiel aufgrund der steigenden Temperaturen zu über 50 Prozent mehr hitzebedingten Todesfällen bei Menschen über 65 sowie zu mehr Herz- und Lungenerkrankungen, psychischen Erkrankungen, Abwehrreaktionen des Immunsystems wie Allergien und vielen anderen Beschwerden.2


„Wir müssen anfangen, die Umwelt als sozialen Gesundheitsfaktor zu betrachten,“ so Daniella Foster, Global Vice President und Leiterin Public Affairs, Science and Sustainability der Division Consumer Health bei Bayer. „Wir wissen, dass der Klimawandel viele Gesundheitsprobleme wie Atemwegserkrankungen und Herzkrankheiten verursacht und dass Menschen in unterversorgten Gebieten besonders gefährdet sind. Unsere heutige Arbeit für den Schutz der Umwelt ist entscheidend für eine gesündere Gesellschaft.“  

A Domino Effect on the Heart

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Neben anderen Faktoren hat auch der Klimawandel einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit unseres Herzens.3 Eine erhöhte Körperkerntemperatur lässt uns schneller atmen und zwingt unser Herz, schwerer zu arbeiten. Dies führt wiederum zu einer Erweiterung der Blutgefäße, die unseren Blutdruck und die Blutgerinnungsmechanismen unseres Körpers regulieren. Diese Veränderungen können insbesondere bei Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen zu Herzinfarkten und Hitzeschlägen führen. 4 
 

Darüber hinaus werden auch die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Luftqualität mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Die Luftverschmutzung entsteht durch ein vermehrtes Auftreten von Waldbränden durch Trockenheit und durch höhere Konzentrationen giftiger Partikel in der Luft. 

The Mind-Climate Connection

Im Jahr 2014 veröffentlichte das U.S. Global Change Research Program seine erste wissenschaftliche Untersuchung, die sich ausschließlich auf Klimawandel und Gesundheit konzentrierte und insbesondere einen Abschnitt über psychische Gesundheit enthielt.5 So stellte das Team von mehr als 300 Experten unter anderem fest, dass gefährdete Bevölkerungsgruppen wie schwangere Frauen, Kinder, sozialökonomisch Schwache und Personen mit bereits bestehenden psychischen Erkrankungen ein höheres Risiko für psychische Folgeschäden haben, wenn sie klimabedingten Katastrophen wie Überschwemmungen, Wirbelstürmen und Waldbränden ausgesetzt sind.5 Diese traumatischen und manchmal lebensbedrohlichen Ereignisse können auch bei Menschen ohne psychische Vorerkrankungen Angststörungen und Depressionen auslösen.5

Pollen Problems: Nothing to Sneeze At

Nach Angaben der Weltallergieorganisation gab es in den letzten Jahrzehnten in einigen geografischen Regionen häufigere und gravierendere allergische Reaktionen auf Pollen. 6,7 Die Ursachen sind vielfältig und beeinflussen sich gegenseitig, zum Beispiel engere Vegetationsperioden und die Tatsache, dass der Mensch mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre ausstößt. Dies kann wiederum dazu beitragen, dass Pflanzen wie Ambrosia schneller wachsen, mehr Blütenstaub pro Pflanze abgeben und einen höheren Allergengehalt aufweisen.8  Ebenso begünstigt die Erderwärmung möglicherweise das Wachstum von Bäumen, die mehr allergene Pollen produzieren, sowie den Anstieg der Kohlendioxidemissionen, wodurch Schimmelpilzallergien erheblich verschlimmert werden können. Die zunehmende Urbanisierung auf der ganzen Welt erzeugt auch mehr Schadstoffe, die wiederum aerogene Allergien begünstigen.8 

Setting Targets and Taking Action

Internationale Gesundheitsorganisationen, Regierungen und Unternehmen weltweit bündeln ihre Kräfte, um den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken, bevor es zu spät ist. Das oberste Ziel ist es, den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C zu halten. Daher fassen viele Länder den ehrgeizigen Vorsatz, bis 2030 Netto-Null-Emissionen zu erreichen – das heißt, es werden genau so viele Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben, wie aus ihr entfernt werden – und mindestens 30 Prozent der weltweiten Landflächen und Ozeane zu schützen.3,9

Bayer im Kampf gegen den Klimawandel

Als wissenschaftsbasiertes Unternehmen ist sich Bayer der Risiken des globalen Klimawandels bewusst. Deshalb gehen wir dieses Problem gleich von zwei Seiten an: Zum einen möchten wir die Treibhausgasemissionen kontinuierlich reduzieren und sind stolz darauf, eines von 950 Unternehmen weltweit zu sein, die sich der unabhängigen Initiative Science Based Targets (SBTi) angeschlossen haben. Zu dieser Initiative gehören das Carbon Disclosure Project (CDP), der United Nations Global Compact, das World Resources Institute (WRI) und der World Wide Fund For Nature (WWF).10 Im Rahmen dieser Selbstverpflichtung und vieler anderer Partnerschaften und Initiativen trägt Bayer dazu bei, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, indem es seine Emissionen bis 2029 um 42 % reduziert. Unser Ziel ist es, Netto-Null-Emissionen bis 2050 oder sogar noch früher in unserer gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen.10 Neben unseren ehrgeizigen Klimazielen wissen wir auch, dass es heutzutage notwendig ist, den Menschen zu einem gesünderen Leben zu verhelfen. Für unterversorgte Bevölkerungsgruppen sind Prävention und rezeptfreie Medikamente der erste und einzige Rettungsanker für ein gesundes Leben, da sie oftmals nicht einmal an die grundlegendste Gesundheitsversorgung kommen. Unser Ziel für 2030 ist es daher, 100 Millionen Menschen in unterversorgten Regionen im Alltag Zugang zu Gesundheitsleistungen zu verschaffen. 

Literaturhinweise

Call for Emergency Action to Limit Global Temperature Increases, Restore Biodiversity, and Protect Health. September 16, 2021. 
Viewed October 5, 2021. 

Call for Emergency Action to Limit Global Temperature Increases, Restore Biodiversity, and Protect Health. September 16, 2021. 
Viewed October 5, 2021. 

Heart Disease Facts. Page Last Updated September 27, 2021. 

Cardiovascular risks of climate change.   Viewed October 12, 2021. 

Global Change Research Program. Ch. 9: Human Health. Climate Change Impacts in the United States: The Third National Climate Assessment, 2014. 220-256. doi:10.7930/J0PN93H5.  Viewed October 13, 2021.

WAO White Book on Allergy 2013 Handbook.  Viewed October 5, 2021. 

In: Marselle M., Stadler J., Korn H., Irvine K., Bonn A. (eds) Biodiversity and Health in the Face of Climate Change. Juni 2019. Springer, Cham.  Viewed October 5, 2021.

The Pollen Problem.  Zuletzt geändert am: September 14, 2021. Viewed October 5, 2021. 

Viewed October 5, 2021.

Science Based Targets initiative endorses climate protection targets of Bayer AG. Samstag, 21. August 2020.  Viewed October 5, 2021.