Umgang mit den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten

Fünf-Punkte-Plan zur Beilegung der Roundup™-Rechtsstreitigkeiten

Unser im Mai 2021 angekündigter Fünf-Punkte-Plan weist einen klaren Weg zur Beilegung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA auf. Er ermöglicht es unserem Unternehmen, unseren Kunden und unseren Aktionären, die Ungewissheit hinter sich zu lassen und unser Augenmerk wieder auf unsere Leistungen, Innovationen und Beiträge zur Gesellschaft zu richten.

Der Fünf-Punkte-Plan auf einen Blick:

Am 16. August haben wir beim US Supreme Court eine Überprüfung des Falles Hardeman beantragt. Wenn das Gericht den Fall annimmt und ein positives Urteil zu einer übergreifenden Frage wie der „Federal Preemption“, also dem Vorrang von Bundesrecht, fällt, würde dies die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA effektiv und weitgehend beenden. Wir sind der Meinung, dass es gute Argumente dafür gibt, dass der Supreme Court den Fall annimmt und letztendlich ein positives Urteil fällt.

Für den Fall einer negativen Entscheidung des US Supreme Courts haben wir 4,5 Milliarden Dollar (3,8 Mrd. Euro) zurückgestellt, um die zu erwartenden Forderungen im Rahmen von Vergleichen und Gerichtsverfahren abzudecken. Damit ist ein potenzielles langfristiges finanzielles Risiko abgedeckt und im Falle einer positiven Entscheidung des Supreme Courts würde sich die finanzielle Lage signifikant besser darstellen.

Wir haben bereits rund 96.000 der ca. 125.000 aktuellen Klagen durch Vergleiche beigelegt. Für die verbleibenden ca. 29.000 Klagen werden wir uns nur sehr selektiv auf Vergleiche einlassen, bis eine Entscheidung des US Supreme Courts vorliegt, und wir werden keine weiteren Vergleichsverhandlungen führen, wenn der US Supreme Court den Fall annimmt. Wir sind darauf vorbereitet, unsere Position auch vor Gericht zu verteidigen, wenn die Forderungen der Klägeranwälte, mit denen noch kein Vergleich erreicht wurde, unangemessen sind.

Um das Risiko künftiger Rechtsstreitigkeiten weiter zu verringern, werden wir unsere Glyphosatprodukte auf dem US-amerikanischen Markt für Privatkunden ab 2023* durch neue Formulierungen mit alternativen Wirkstoffen ersetzen. Dieser Schritt ist ausschließlich der Minimierung von Rechtsrisiken geschuldet und reflektiert in keinerlei Hinsicht etwaige Sicherheitsbedenken. Da der weit überwiegende Teil der Klagen aus dem Privatkundensegment stammt, wird durch diesen Schritt die Grundlage möglicher Klagen zum Großteil entzogen. Für professionelle und landwirtschaftliche Nutzer in den USA wird Glyphosat weiterhin zur Verfügung stehen.

Wir werden eine neue Internetseite einrichten und bewerben, die wissenschaftliche Sicherheitsstudien zu unseren Glyphosatprodukten enthält. Die Webseite wird Kunden noch mehr Transparenz und Informationen über die von ihnen genutzten Produkte bieten. Wir werden bei der US-Umweltschutzbehörde EPA beantragen, die Webseite auf den Etiketten von Glyphosatprodukten zu bewerben. Ziel ist es, die Webseite bis Ende 2021 online zu stellen.

Wir stehen voll und ganz hinter der Sicherheit unserer Glyphosatprodukte

Unser Fünf-Punkte-Plan beinhaltet kein Eingeständnis von Schuld oder Fehlverhalten. Vielmehr sind die Maßnahmen, die wir ergreifen, eine Folge des US-amerikanischen Systems der Massenklagen.

 

Wir haben großes Mitgefühl für jeden, der an einer Krankheit leidet, und wir verstehen, dass diese Menschen nach Antworten suchen. Dennoch zeigen die umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterhin, dass unsere Produkte nicht für die in diesem Rechtsstreit vorgebrachten Krankheiten verantwortlich sind.

 

Seit fast 50 Jahren sind führende Gesundheitsbehörden in aller Welt wiederholt zu dem Schluss gekommen, dass unsere Glyphosatprodukte sicher verwendet werden können und dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Dazu gehören die jüngsten Feststellungen der US-Umweltschutzbehörde (EPA), der EU-Bewertungsgruppe für Glyphosat (AGG), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sowie der führenden Gesundheitsbehörden in Deutschland, Australien, Korea, Kanada, Neuseeland und Japan.

 

Herbizide auf Glyphosatbasis gehören zu den am gründlichsten untersuchten Produkten ihrer Art. Dies ist einer der Gründe, warum sich so viele Landwirte und andere Nutzer weiterhin auf diese Produkte verlassen, um Unkräuter sicher, erfolgreich und nachhaltig zu bekämpfen.

 

Wir investieren in Innovationen, um zusätzliche Lösungen zur Unkrautbekämpfung zu entwickeln

Landwirte müssen Unkraut bekämpfen, um erfolgreich anbauen zu können. Dabei gibt es keine Einzellösung - stattdessen setzen die Landwirte eine Reihe von Instrumenten und Verfahren zur Unkrautbekämpfung ein. Auch wenn Glyphosat in unserem Herbizidportfolio und in der Landwirtschaft insgesamt weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird, übernehmen wir eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung zusätzlicher Instrumente und der Förderung des integrierten Unkrautmanagements (IWM).

 

Wir investieren jedes Jahr über 2 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung für landwirtschaftliche Lösungen. Wir haben vor kurzem angekündigt, dass in den nächsten zehn Jahren mehr als 5 Milliarden Dollar in die Förderung von IWM fließen werden. Im Rahmen dieser Bemühungen haben wir vor kurzem auch die Entdeckung eines neuen, bahnbrechenden Herbizidmoleküls bekannt gegeben, das erste seiner Art seit mehr als 30 Jahren.

 

Als führendes Unternehmen in der Landwirtschaft wissen wir, dass wir eine große Verantwortung tragen und das einzigartige Potenzial haben, die Landwirtschaft zum Nutzen der Gesellschaft und des Planeten voranzubringen. Wir sind entschlossen, dieser Verantwortung gerecht zu werden, und unser Fünf-Punkte-Plan zur Beilegung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA ermöglicht es uns, uns darauf zu konzentrieren.