Nachhaltiges Fliegen mit Sustainable Aviation Fuels
Der Flugverkehr steht vor einer großen Herausforderung: Während andere Branchen ihre Treibhausgasemissionen reduzieren, wird erwartet, dass die Umweltauswirkungen der Luftfahrt angesichts steigender Passagierzahlen erheblich steigen werden. Da Technologien wie die Elektrifizierung insbesondere für Mittel- und Langstreckenflüge aktuell keine praktikable Alternative darstellen, bieten Sustainable Aviation Fuels (SAF) eine zukunftsweisende Lösung für eine klimafreundlichere Luftfahrt. Deshalb ist es entscheidend, die Förderung von SAF voranzutreiben. Biokraftstoffe sind dabei entscheidend für den Erfolg.
Eine Branche unter Druck
- Bis 2030 wird die Gesamtzahl der Flugreisen voraussichtlich von derzeit 4 Milliarden auf weit über 5 Milliarden ansteigen.
- Schätzungen zufolge könnten die Emissionen bis 2050 im Vergleich zu 2015 um das Vierfache steigen.
- Obwohl es verschiedene technologische Innovationen wie Flugzeugeffizienz, Wasserstoff und Elektrifizierung gibt, leisten SAF einen der größten Beiträge zu den Netto-Null-Strategien.
- Es gibt verschiedene Technologien und Feedstocks, um SAF herzustellen. Für die Dekarbonisierung der Luftfahrt werden alle verfügbaren Ausgangsmaterialien benötigt - inklusive nachhaltiger, pflanzlicher Biomasse.
Sustainable Aviation Fuels
Sustainable Aviation Fuels auf Basis von Zwischenfrüchten wie Camelina bieten eine vielversprechende Lösung für die Dekarbonisierung der Luftfahrt. Camelina, eine neuartige Ölsaat mit niedriger CO₂-Intensität, kann im Frühjahr wie auch im Winter angebaut werden und ermöglicht die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe, ohne zusätzliche landwirtschaftliche Flächen zu beanspruchen – und trägt dabei erheblich zur Emissionsreduktion bei.
Weichen für die Zukunft von SAF
|
|
|
Multilaterale | Nationale Politik und | Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette |
Ein globales Engagement zur Skalierung der SAF-Produktion ist entscheidend, um ein starkes politisches Signal für groß angelegte Investitionen zu setzen. Wir unterstützen ein multilaterales Commitment zu nachhaltigen Treibstoffen im Rahmen der COP30 im November in Brasilien, um internationale Zusammenarbeit zu stärken und die Entwicklung nachhaltiger Treibstoffe weltweit zu beschleunigen. Dies würde die Grundlage für harmonisierte Maßnahmen schaffen und die globale Marktentwicklung von SAF fördern. |
Harmonisierte Regelungen und gezielte Investitionsanreize sind essentiell, um die gesamte SAF-Wertschöpfungskette zu stärken und den Markthochlauf zu beschleunigen. Nationale Politik sollte ergänzend zu internationalen Verpflichtungen konkrete Maßnahmen fördern, die sowohl die Nachfrage als auch das Angebot und die Marktentwicklung unterstützen. Einheitliche Standards und klare Nachhaltigkeitskriterien schaffen dabei Planungssicherheit und erhöhen die Attraktivität von SAF-Investitionen. |
Partnerschaften zwischen Landwirtschaft, Industrie und Energieunternehmen sind entscheidend, um die SAF-Wertschöpfungskette effizient auszubauen. Durch Zusammenarbeit können Technologien skaliert, nachhaltige Rohstoffe gefördert und Investitionen gezielt gelenkt werden, um die Produktion und Nutzung von SAF zu beschleunigen. Dazu zählen Partnerschaften wie unsere Zusammenarbeit mit Nestle, die zur Entwicklung von Rohstoffen für erneuerbare Kraftstoffe beiträgt . |
Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist entscheidend, um die Dekarbonisierung der Luftfahrt voranzutreiben. Nationale Regulierungen, multilaterale Verpflichtungen und starke Partnerschaften schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen, um die Produktion und Nutzung von SAF nachhaltig zu skalieren. Sie fördern Investitionen, stärken die internationale Zusammenarbeit und ermöglichen den Einsatz innovativer Technologien. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen kann SAF sein volles Potenzial entfalten und einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Emissionen leisten.
Ja, Biokraftstoffe können nachhaltig sein. Insbesondere wenn sie aus fortschrittlichen Rohstoffen wie Zwischenfrüchten (z. B. Camelina) hergestellt und mit Methoden der regenerativen Landwirtschaft kombiniert werden. Diese werden zwischen Hauptanbausaisons angebaut, minimieren Landnutzungsänderungen und bieten ökologische Vorteile wie verbesserte Bodengesundheit und Kohlenstoffbindung. Camelina kann dabei eine Lebensz yklus-Emissionsreduktion von bis zu 68% im Vergleich zu fossilen Treibstoffen erreichen, selbst unter Berücksichtigung indirekter Landnutzungsänderungen.
Um SAF erfolgreich zu etablieren, sind klare Anreize wie verbindliche Beimischquoten entscheidend, um Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern. Eine technologieneutrale Förderung sollte alle SAF-Rohstoffe einbeziehen, während nachhaltige Agrarwirtschaft, etwa durch Zwischenfrüchte wie Camelina und regenerative Anbaupraktiken, gezielt unterstützt wird. Einheitliche Standards und harmonisierte Regulierung schaffen zudem Planungssicherheit und stärken die Marktakzeptanz.
Landwirte profitieren von SAF durch zusätzliche Einnahmequellen, insbesondere durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie Camelina, die in den Zwischenzeiten der Hauptanbausaisons kultiviert werden können. Diese Pflanzen verbessern nicht nur die Bodengesundheit und fördern die Kohlenstoffbindung, sondern tragen auch zur Deckung der wachsenden SAF-Nachfrage bei. Biobasiertes SAF bietet somit eine sofortige Lösung, um Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
Bayer unterstützt die Weiterentwicklung von SAF, indem das Unternehmen in die Entwicklung und Förderung innovativer Zwischenfrüchte wie Camelina investiert und sich in Partnerschaften mit SAF- Herstellern engagiert. Ziel ist es, Landwirten eine profitable Anbauoption zu bieten, die gleichzeitig eine niedrige Kohlenstoffintensität aufweist und zur Dekarbonisierung des Transportsektors beiträgt.